Berlin (dapd-bln). EU-Energiekommissar Günther Oettinger hat die Erprobung der umstrittenen CCS-Technologie gefordert. 'Wenn Deutschland das Thema nicht angeht, wird es den Anschluss an die Welt verlieren. Auch das Land Brandenburg hat die Chance verdient, CCS anzuwenden und zu erproben, um es vielleicht in 15 Jahren mit großem Know-How in die Welt zu exportieren', sagte der CDU-Politiker am Montag auf einem Klimakongress in Berlin.
Damit Brandenburg als eine von sechs europäischen CCS-Erprobungsregionen von der EU Zuschüsse in dreistelliger Millionenhöhe erhalte, müsse es vor 2015 'großtechnisch tätig werden', sagte der EU-Kommissar weiter. Dies könne es nur mit einem entsprechenden Bundesgesetz tun. 'Der Bund darf Brandenburg diese Chance nicht vorenthalten', fügte er hinzu.
Nach dem von der Bundesregierung nach der Reaktorkatastrophe in Japan verhängtem Moratorium für ältere Atomkraftwerke sei die Erprobung der CCS-Technologie der 'logische Schritt'. Selbst wenn Deutschland langfristig auf erneuerbare Energien setze, gebe es in der EU viele Länder wie Polen, die auch weiterhin Strom aus Kohle produzierten. 'Bevor die schmutzige Luft von Polen nach Deutschland zieht, sollte deutsche CCS-Technologie besser nach Polen exportiert werden', meinte er.
Mit der CCS-Technik (Carbon Capture and Storage) sollen Kohlendioxid und andere umweltbelastende Stoffe aus Kohlekraftwerken abgeschieden und anschließend unterirdisch eingelagert werden. Am Montagmorgen hatten rund 40 CCS-Gegner vor dem Gebäude der Klimakonferenz demonstriert. Sie verwiesen unter anderem darauf, dass durch die im Erdreich eingelagerten Schadstoffe das Grundwasser belastet werden könne.
dapd


Forum
Facebook
Twitter





















