Sollte der Brent-Preis die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar knacken, rechnen Experten kurzfristig mit weiteren Preissprüngen. In diesem Fall erwartet die Commerzbank mit einer "neuen Welle an Käufern" an den Ölmärkten und die Verbraucher müssen sich auf eine längere Phase mit hohen Ölpreisen einstellen.
Experten haben aktuell aber noch einen weiteren Preistreiber beim Öl ausgemacht: Die Sorge vor Lieferengpässen. Seit dem vergangenen Wochenende ist eine der wichtigsten Öl-Pipelines der USA wegen eines Lecks weiterhin außer Betrieb. Durch die Leitung in Alaska fließen bei Normalbetrieb etwa zwölf Prozent der US-Ölproduktion. Außerdem sei auch auf zwei Ölfeldern in der Nordsee die Produktion unterbrochen worden, hieß es in einer Analyse der Commerzbank.
Zudem sind die Ölreserven in den USA nach den jüngsten Daten gesunken. Auch hier sehen Experten einen Preistreiber an den Ölmärkten. Nach Angaben der US-Regierung gingen die Lagerbestände an Rohöl zuletzt um 2,2 Millionen auf 333,1 Millionen Barrel zurück. Die Benzinbestände stiegen hingegen um 5,1 Millionen auf 223,2 Millionen Barrel. Die Destillate-Vorräte (Heizöl, Diesel) kletterten um 2,7 Millionen auf 164,8 Millionen Barrel.
Schließlich ist der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) deutlich gestiegen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Mittwoch kostete ein Barrel am Dienstag im Durchschnitt 92,92 Dollar. Das waren 1,59 Dollar mehr als am Montag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.


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