Ölpreise deutlich gefallen - Aussagen von Bernanke belasten: NEW YORK/LONDON/WIEN (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Donnerstag nach einem trüben Ausblick des US-Notenbankchef auf die konjunkturelle Entwicklung in den USA teilweise kräftig abgerutscht. Ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im August kostete im späten Nachmittagshandel 118,03 US-Dollar. Das waren 75 Cent weniger als am Mittwoch. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel hingegen wesentlich stärker, 2,17 Dollar auf 95,88 Dollar.
Vergrößern Ölpreise deutlich gefallen - Aussagen von Bernanke belasten | Bild: © ad-hoc-news

Vor allem der US-Ölpreis geriet nach den Bernanke-Aussagen stark unter Verkaufsdruck. Der US-Notenbankchef hatte bei einer Anhörung vor dem Bankenausschuss des amerikanischen Senats die konjunkturelle Erholung in den USA als "weiterhin fragil" eingeschätzt. An den Ölmärkten habe die Aussicht auf eine sinkende Nachfrage nach Rohöl in der größten Volkswirtschaft der Welt umgehend einen Verkaufsschub bei US-Öl ausgelöst, hieß es von Händlern.

Zudem stellte Bernanke fest, dass sich die Lage auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt nur "sehr, sehr langsam" verbessere. Dennoch sprach sich Bernanke gegen weitere Stützungsmaßnahmen der Fed für die lahmende Konjunktur aus. "Wir bereiten derzeit nichts vor", versicherte der Notenbankchef.

Unterdessen ist der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) deutlich gestiegen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Donnerstag kostete ein Barrel (159 Liter) am Mittwoch im Durchschnitt 113,25 US-Dollar. Das waren 2,18 Dollar mehr als am Dienstag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.