Obama: Koran-Aktion spielt Al-Kaida in die Hände: Washington (dpa) - Zwei Tage vor der geplanten Koran-Verbrennung in Florida hat auch US-Präsident Barack Obama den radikalen Pastor Terry Jones aufgefordert, auf den «zerstörerischen Akt» zu verzichten.
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In einem Interview des Senders ABC warnte Obama am Donnerstag, die am neunten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September vorgesehene Verbrennung könne «schwerwiegende Gewalt» gegen amerikanische Soldaten in Pakistan und Afghanistan auslösen. Er mahnte zudem, die Aktion wäre ein regelrechter «Rekrutierungsschlager für Al-Kaida» und würde der Terrororganisation neue Mitglieder in die Arme treiben.

Bereits zuvor hatten auch Außenministerin Hillary Clinton und Pentagonchef Robert Gates die Pläne der kleinen fundamentalistischen Freikirche in Gainesville angeprangert. Der Kommandeur der US-Truppen in Afghanistan, David Petraeus, äußerte die Befürchtung, dass das Ansehen der USA durch die Verbrennung ähnlich stark beschädigt werden könne wie 2004 durch die Folter-Fotos aus dem US-Gefängnis Abu Ghoreib im Irak.

Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono rief Obama dazu auf, die Aktion zu unterbinden. Obama solle sicherstellen, «dass dieser abscheuliche Akt nicht durchgeführt wird», zitierte der US- Sender CNN einen indonesischen Präsidentensprecher.

Auch Indien forderte Washington auf, den Pastor zu stoppen. Der pakistanische Innenminister Rehman Malik will, dass die internationale Polizeiorganisation Interpol einschreitet und die «verabscheuungswürdige Tat» verhindert. Den Behörden in USA sind jedoch wegen des Rechts auf freie Meinungsäußerung die Hände gebunden.