OB Sauerland gerät weiter unter Druck: Adolf Sauerland ist politischen Ärger inzwischen gewöhnt: Seit eineinhalb Jahre steht der Duisburger Oberbürgermeister wegen des Loveparade-Unglücks in der Kritik, Bürger forderten seinen Rücktritt, im Stadtrat scheiterte eine Abwahl. Bislang gilt Sauerland wegen des Unglücks nicht als Beschuldigter.
Vergrößern OB Sauerland gerät weiter unter Druck | Bild: © dapd

Wuppertal/Duisburg (dapd-nrw). Doch in der Affäre um den Korruptionsverdacht beim nordrhein-westfälischen Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) ist das Stadtoberhaupt nun ins Visier der Staatsanwaltschaft Wuppertal geraten. Es bestehe der Anfangsverdacht, dass sich der CDU-Politiker der Vorteilsannahme schuldig gemacht habe, sagte ein Sprecher der Behörde. Sauerland soll Parteispenden für seinen jüngsten Kommunalwahlkampf angenommen haben.

Das öffentliche Bild des Oberbürgermeisters erhält damit einen weiteren Kratzer. Bei seinen Auftritten in der Öffentlichkeit musste Sauerland immer wieder mit negativen Reaktionen der Bürger rechnen - so hatte ihn etwa ein Mann mit Ketchup bespritzt. Außerdem hat eine Bürgerinitiative einen Bürgerentscheid zur Abwahl von Sauerland durchgesetzt - am 12. Februar sollen die Bürger über den Verbleib des früheren Oberstudienrates an der Stadtspitze entscheiden.

Aus dem Duisburger Rathaus gibt es auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nur spärliche Reaktionen. Bis zum Beweis des Gegenteils gelte die Unschuldsvermutung, Vorverurteilungen sollten vermieden werden, hieß es. Sauerland zeigt sich in einer kurzen Mitteilung zuversichtlich, dass sich die Vorwürfe gegen ihn als unberechtigt erweisen. Hinter vorgehaltener Hand vermutet so mancher CDU-Vertreter aus Duisburg, dass man gegen Sauerland ermittelt, weil man ihm im Zusammenhang mit den Untersuchungen zur Loveparade kein Verschulden nachweisen könne.

Wie nach dem Loveparade-Unglück sieht Sauerland kein Fehlverhalten bei sich. In Duisburg dürfte der Rückhalt für den umstrittenen Oberbürgermeister - den es teilweise durchaus noch gab - allerdings eher weiter sinken: keine guten Aussichten für den Bürgerentscheid am 12. Februar.

dapd