NRW.Bank sieht konjunkturelle Trendwende erreicht: Die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen hat nach Feststellung der NRW.Bank die Talsohle durchschritten und wieder Tritt gefasst. Nachdem Firmen und Existenzgründer im Vorjahr deutlich weniger Kredite nachgefragt hätten, nehme das Interesse seit Jahresende 2009 wieder zu.
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«Das vierte Quartal markiert die Wende», sagte der Vorstandschef der landeseigenen Förderbank, Dietmar Binkowska, am Mittwoch bei Vorlage der Bilanz in Düsseldorf.

Gegenüber dem letzten Quartal 2008 legte das Fördervolumen demnach um mehr als ein Viertel zu. Trotzdem blieb die Gesamt-Fördersumme der Bank 2009 aber mit knapp acht Milliarden Euro um 12,7 Prozent unter dem Rekordwert des Vorjahres - vor allem, weil die mittelständischen Unternehmen wegen der wirtschaftlichen Unsicherheit größere Investitionen zurückgestellt hätten. Die Existenzgründungs- und Mittelstandsförderung ist - neben der Kommunal- und Infrastrukturförderung sowie der Wohnraumförderung - eine der Kernaufgaben der Bank.

Die NRW.Bank selbst navigierte sich ihren Angaben zufolge gut durch die Wirtschafts- und Finanzkrise. Das Kreditinstitut konnte seinen Gewinn nach Steuern und Förderdividende gegenüber 2008 auf 170,8 Millionen Euro mehr als verfünffachen. Hauptgrund für den Gewinnsprung war insbesondere die um mehr als ein Viertel gesunkene Risikovorsorge. Bereits 2008 habe die Bank für mögliche Risiken aus der Finanzkrise ausreichend vorgesorgt, hieß es.

Im laufenden Jahr will die NRW.Bank mit neuen Finanzprodukten die Wirtschaft des bevölkerungsreichsten Bundeslandes ankurbeln helfen. So soll unter anderem ein sogenanntes Globaldarlehen das Klima für die Kreditvergabe verbessern. Dabei vergibt die NRW.Bank im Gesamtvolumen von 220 Millionen Euro zinsgünstige Refinanzierungsgelder an die Hausbanken, die diese dann zweckgebunden an ihre Kunden weiterleiten. «Die günstigen Konditionen kommen damit direkt den Kunden zugute», so Biankowska.

Gestärkt sieht sich die Bank durch die nicht unumstrittene vollständige Eingliederung des Wohnungsbauvermögens des Landes in ihr Stammkapital. Damit kann die NRW.Bank in größerem Maße Geld ausleihen. Vorstandsmitglied Ernst Gerlach betonte, die Förderung von Sozialwohnungen bleibe davon unberührt. Mit rund einer Milliarde Euro bleibe sie «konstant auf hohem Niveau». SPD und Grün hatten die Eingliederung dagegen scharf kritisiert. Sie befürchten einen «Ausverkauf» des sozialen Wohnungsbaus.

Düsseldorf (ddp-nrw)