Frankfurt/Main (dapd-hes). Sechs Kilometer sind für den Inder keine Aufgabe, denn er hält den Marathon-Weltrekord für über Hundertjährige.
Auf eine offizielle Anerkennung seiner Bestzeit (6:54 Stunden) wartet Singh allerdings noch, weil die Redaktion des Guinnessbuchs zusätzlich zu seiner Passkopie auch auf eine - nicht vorhandene - Geburtsurkunde besteht und die Einträge für über Hundertjährige in den internationalen Rekordlisten von überschaubarer Zahl sind. Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) führt im dreistelligen Altersbereich noch gar keine Statistik. Geboren ist Singh in einem Dorf der indischen Region Punjab, die englischen Kolonialherren kümmerten sich seinerzeit wenig um die urkundliche Dokumentation der Geburt eines Inders.
Seit 21 Jahren lebt der gläubige Sikh bei seinem Sohn in London. Ohne Turban bestreitet der Inder keinen Wettkampf, nicht mal ins Training bricht er oben ohne auf. 'Jeden Tag versuche ich, 16 Kilometer zu laufen', erzählt Singh: 'Und fast immer komme ich gut durch.' Alkohol rührt der lebenslustige Vegetarier nicht an. Sein Sohn sei ja nun auch nicht mehr der Jüngste, seufzt der Inder. An gelegentlichen Trainingspartnern herrsche trotzdem kein Mangel. 'Viele sind schneller, aber hinten raus bin ich stark', sagt Singh mit einem Grinsen.
Zur Zeit plane er, auch die 100 Meter und sowie Mittelstreckenbestzeiten in seiner Altersklasse zu pulverisieren, erklärt der Inder, der sich vor 20 Jahren in London an seine erfolgreiche Leichtathletik-Jugendzeit erinnerte und das Training wieder aufnahm. Ihn habe wohl seine damalige Freundin zum Sport animiert, berichtet Singh. Seine Trainingsmotivation dürfte somit auch künftig nicht in Gefahr geraten, denn der Inder versichert: 'Momentan habe ich mehrere Freundinnen.'
dapd


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