EU, Handel

Muss wegen des Streits um Ceta der EU-Kanada-Gipfel abgesagt werden? Die EU will ein solches Debakel mit aller Kraft verhindern und verlängert die Frist für Gespräche.

24.10.2016 - 20:12:06

EU hofft weiter auf Ceta-Rettung bis Donnerstag

  • André Antoine und Paul Magnette - Foto: Der Präsident des Regionalparlaments, André Antoine (l), sagte, es sei nicht möglich, das Ultimatum der EU zu Ceta zu respektieren. Foto: Julien Warnand

    Der Präsident des Regionalparlaments, André Antoine (l), sagte, es sei nicht möglich, das Ultimatum der EU zu Ceta zu respektieren. Foto: Julien Warnand

  • Freeland und Schulz - Foto: Melanie Wenger/EU

    EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hatte die kanadische Handelsministerin Chrystia Freeland zu Krisengesprächen in Brüssel getroffen. Foto: Melanie Wenger/EU

  • Protest - Foto: Jacek Turczyk/Symbolbild

    Das europäisch-kanadische Handelsabkommen Ceta wird von der belgischen Region Wallonie blockiert. Dort befüchtet man unter anderem Nachteile für die Landwirtschaft. Foto: Jacek Turczyk/Symbolbild

  • Pressekonferenz - Foto: Stephanie Lecocq

    Belgiens Regierungschef Charles Michel (L) zusammen mit dem Außenminister des Landes, Didier Reynders. Foto: Stephanie Lecocq

André Antoine und Paul Magnette - Foto: Der Präsident des Regionalparlaments, André Antoine (l), sagte, es sei nicht möglich, das Ultimatum der EU zu Ceta zu respektieren. Foto: Julien WarnandFreeland und Schulz - Foto: Melanie Wenger/EUProtest - Foto: Jacek Turczyk/SymbolbildPressekonferenz - Foto: Stephanie Lecocq

Brüssel - Die Europäische Union gibt die Hoffnung nicht auf, den Ceta-Handelspakt mit Kanada doch wie geplant am Donnerstag zu unterschreiben.

Belgien erneuerte zwar am Montag wegen interner Widerstände seine Absage an Ceta. Doch vereinbarten EU-Ratspräsident Donald Tusk und der kanadische Premier Justin Trudeau überraschend, die geplante Unterzeichnung noch nicht abzublasen. «Wir rufen alle Parteien auf, eine Lösung zu finden», teilte Tusk mit. Es bleibe noch immer Zeit.

Damit geht das tagelange Ringen um das dies- und jenseits des Atlantiks in die nächste Runde. Befürworter erhoffen sich Wirtschaftswachstum durch Abbau von Zöllen und Handelshindernissen. Kritiker fürchten die . Entscheidender Stolperstein war zuletzt die Ablehnung durch die belgische Region Wallonie. Ihr Veto blockiert die Zustimmung und damit der gesamten EU.

Tusk hatte Belgien gebeten, bis Montagabend seine Position klarzustellen. Daraufhin erklärte Ministerpräsident Charles Michel, er sei wegen der Widerstände nicht in der Lage zuzustimmen. Nicht nur die , sondern auch andere Regionalvertretungen verweigerten ihm das nötige Mandat für die Unterschrift, berichtete Michel, der selbst für Ceta eintritt.

Deshalb war eigentlich damit gerechnet worden, dass der für Donnerstag geplante EU-Kanada-Gipfel zur Unterzeichnung des Vertrags abgesagt wird. Doch verlängerten Tusk und Trudeau abermals die Frist für Gespräche. Wie ein Kompromiss so rasch noch zustande kommen könnte, war zunächst nicht klar. Der wallonische Wortführer der Ceta-Kritiker, , hatte sich Zeitdruck verbeten und dafür geworben, den Gipfel zu verschieben.

Ceta-Kritiker befürchten unter anderem, dass das Abkommen die Rechte von internationalen Großkonzernen übermäßig stärkt. Die gerade mal 3,6 Millionen Einwohner zählenden Wallonie verlangte bis zuletzt vor allem Zusicherungen zugunsten ihrer Landwirtschaft und Änderungen an Vereinbarungen zur Streitschlichtung zwischen Unternehmen und Staaten. Die Garantien für Umwelt- und Verbraucherschutz seien gut, aber letztlich nicht ausreichend für eine Zustimmung, hieß es.

Die Abkürzung Ceta steht für Comprehensive Economic and Trade Agreement. Es soll auch Zugangsbeschränkungen bei öffentlichen Aufträgen beseitigen und Dienstleistungsmärkte öffnen. Das soll Wachstum und neue Jobs schaffen.

Wegen des Hin und Her wird nun auch über die Handlungsfähigkeit der EU insgesamt debattiert. CDU-Generalsekretär Peter Tauber sagte, es sei nicht hinzunehmen, dass eine Regionalregierung in Europa dieses Abkommen aller 28 Länder blockiert.» Die Grünen machen sich hingegen dafür stark, die Ceta-Unterzeichnung zu vertagen und die Verhandlungen neu zu starten.

@ dpa.de

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