News, Autoindustrie

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) will die Autokonzerne in der Debatte über Diesel-Autos nicht aus der Pflicht lassen und droht mit Fahrverboten.

17.07.2017 - 18:06:30

Hendricks droht Autobauern mit Diesel-Fahrverboten

"Ich sehe die Autoindustrie in der Verantwortung, dafür zu sorgen, dass es soweit nicht kommt. Sie muss die betroffenen Fahrzeuge schnellstmöglich nachrüsten, und zwar auf eigene Kosten", sagte Hendricks dem "Handelsblatt" (Dienstagausgabe).

Die SPD-Politikerin leitet am 2. August gemeinsam mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) das "Nationale Forum Diesel". Dort wollen Autokonzerne und Politik gemeinsam Lösungen suchen, um Fahrverbote durch zu hohe Emissionen zu vermeiden. "Fahrverbote sind kein Selbstzweck, sondern können allenfalls das letzte Mittel sein", sagte Hendricks. Scharfe Kritik an Dobrindt kam aus der baden-württembergischen Landesregierung. Das ganze Problem hätte von Dobrindt vermieden werden können, hätte er sich nicht gegen die "blaue Plakette" für sauberere Autos gesträubt. "Wir sind mehr als irritiert über den Verkehrsminister, der offenbar nichts Besseres zu tun hatte, als sich um die Ausländermaut zu kümmern und alles andere, was den Automobilstandort Deutschland bedroht, hat liegen lassen", sagt der Sprecher von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), Rudi Hoogvliet, dem "Handelsblatt". Unterdessen erhöht die Politik den Druck auf Daimler. Dem schwäbischen Automobilkonzern wird wie VW vorgeworfen, Manipulationen bei den Abgaswerten vorgenommen zu haben. "Von Daimler erwarte ich umfassende Aufklärung", sagte der Verkehrsexperte der Unions-Bundestagsfraktion, Steffen Bilger (CDU), dem "Handelsblatt". "Von deutschen Herstellern wird ganz besonders Korrektheit und Gesetzestreue erwartet. Das sollte allen Beteiligten nun endgültig bewusst sein."

dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

@ dts-nachrichtenagentur.de

Weitere Meldungen

Diesel-Gipfel: Scharfe Kritik an Dobrindts Teilnehmerliste Wenige Tage vor dem von der Bundesregierung geplanten Diesel-Gipfel wird scharfe Kritik an der Auswahl der Teilnehmer durch das Bundesverkehrsministerium von Ressortchef Alexander Dobrindt (CSU) laut. (Sonstige, 26.07.2017 - 09:51) weiterlesen...

Kartellrechtsverstöße: Bafin prüft Selbstanzeigen von Autobauern Die Bundesaufsicht für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) prüft, ob durch die Selbstanzeigen von Autobauern wegen möglicher Kartellrechtsverstöße Ad-hoc-Pflichten der börsennotierten Konzerne verletzt wurden. (Sonstige, 24.07.2017 - 16:31) weiterlesen...

EU-Kommissarin will europaweite Sammelklagen möglich machen Als Lehre aus dem VW-Abgasskandal will EU-Verbraucherschutzkommissarin Vera Jourova in allen EU-Staaten das Recht auf europaweite Sammelklagen schaffen. (Sonstige, 24.07.2017 - 07:37) weiterlesen...

Grüne: Merkel muss Diesel-Aufklärung zur Chefsache machen Der grüne Fraktionschef Toni Hofreiter fordert die Bundeskanzlerin auf, Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) die Zuständigkeit für den Dieselskandal zu entziehen: "Wenn sich die Vorwürfe bewahrheiten, ist das der größte Kartellfall und der größte Skandal der deutschen Wirtschaftsgeschichte. (Sonstige, 23.07.2017 - 15:09) weiterlesen...

Porsche-Betriebsratschef fühlt sich von Audi betrogen Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück hat die Führung der Konzernschwester Audi im Zusammenhang mit der Abgas-Affäre hart kritisiert. (Sonstige, 23.07.2017 - 00:04) weiterlesen...

ADAC fordert Schadenersatz vom Autokartell ADAC-Chef August Markl will schnellstmögliche Aufklärung, ob den Autofahrern durch Kartell-Absprachen Nachteile entstanden sind, damit Schadenersatzansprüche juristisch geprüft werden können. (Sonstige, 23.07.2017 - 00:03) weiterlesen...