Brunsbüttel (dapd-nrd). Nach der Bewilligung der Finanzmittel für den Neubau einer fünften Schleusenkammer durch den Haushaltsausschuss des Bundestags rechne das Kieler Wirtschaftsministerium schon 2012 mit einem Baubeginn, sagte eine Ministeriumssprecherin am Freitag auf dapd-Anfrage. Es seien 60 Millionen Euro für das kommende Jahr sowie weitere je 80 Millionen Euro für die drei darauf folgenden Jahre vereinbart worden. Sie rechne mit einer Zustimmung des Bundestags.
Die CDU-Fraktion im schleswig-holsteinischen Landtag begrüßte die Entscheidung. 'Endlich! Der Einsatz und die Mobilisierung einer ganzen Region haben sich gelohnt', erklärten der Fraktionsvorsitzende Johannes Callsen und der wirtschaftspolitische Sprecher, Jens-Christian Magnussen. 'Mit maroden Schleusenanlagen aus der Wilheminischen Ära macht Deutschland keine Werbung für sich als Wirtschaftsstandort', fügte Magnussen hinzu.
Auch der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) begrüßte die Entscheidung. Für den Seehafenstandort Deutschland sei die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Nord-Ostsee-Kanals von außerordentlicher Bedeutung, teilte der ZDS mit. Ein auch nur zeitlich befristeter Ausfall oder Einschränkungen des Kanals hätten für alle deutschen Nord- und Ostseehäfen gravierende negative wirtschaftliche Auswirkungen.
Der Nord-Ostsee-Kanal ist die am meisten befahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Im vergangenen Jahr befuhren 31.835 Schiffe den 53,3 Seemeilen (98,7 Kilometer) langen Kanal. Sie beförderten dabei knapp 84 Millionen Tonnen Ladung. Die maroden alten Kanalschleusen sorgen durch Ausfälle immer wieder für Behinderungen im Schiffsverkehr.
dapd


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