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IQALUIT/POTSDAM - Seit fast 20 Jahren arbeiten Dänemark, Finnland, Island, Kanada, Norwegen, Russland, Schweden und die USA im Arktischen Rat gemeinsam an den großen Herausforderungen der Region um den Nordpol herum

vor 54 Minuten veröffentlicht

Expertin vor Arktis-Treffen: Euphorie hat sich abgeschwächt. Ab dem kommenden Freitag (24. April) sind die Außenminister der acht Mitgliedsstaaten des Forums zu einem alle zwei Jahre stattfindenden Treffen geladen, diesmal im nordkanadischen Iqaluit. Während in Sachen Umweltschutz Fortschritte gemacht würden, sei das Rennen um die Bodenschätze und Öl- und Gasvorkommen der Arktis ins Stocken geraten, sagt Expertin Kathrin Keil der Deutschen Presse-Agentur im Interview. Und das nicht nur wegen des Russland-Konflikts.

Frage: Was steht auf dem Programm des anstehenden Ministertreffens des Arktischen Rates in Iqaluit?Antwort: Dieses alle zwei Jahre stattfindende Treffen steht in der Regel ganz im Zeichen einer Bestandsaufnahme der zu Ende gehenden Ratspräsidentschaft - in dem Fall Kanada - und einer Aussicht auf die kommende Präsidentschaft, was ja die der USA sein wird. Während der kanadischen Präsidentschaft seit 2013 hat sich einiges getan. Die Arbeitsgruppen haben Abschlussdokumente erstellt - beispielsweise einen Rahmenplan zur Verhinderung von Ölverschmutzung in der Arktis und einen Plan zur Reduzierung von Ruß- und Methanemissionen - die dann auf diesem Treffen von den Ministern gutgeheißen werden sollen. Auch ein großer Meilenstein war die Gründung des Arctic Economic Council, das soll die wirtschaftliche Zusammenarbeit in der Arktis stärken. Groß gemacht hat es allerdings noch nichts und es ist noch nicht so klar, was daraus genau wird, das muss sich noch ein bisschen entwickeln.Frage: Was kann vom US-Vorsitz erwartet werden?Antwort: Die meisten hoffen, dass die sich jetzt aus dem Grund, dass sie den Vorsitz haben, endlich mehr engagieren werden. Man muss aber auch sehen, die USA ist eine globale Weltmacht und hat auch noch ein paar andere Sachen auf der Agenda, Washington ist weit weg von Alaska und die amerikanische Arktis ist ja auch eher klein. Aber sie haben schon ein Programm vorgelegt, sie wollen ein paar neue Prioritäten setzen und allgemein die Aufmerksamkeit zum Thema Arktis und Klimawandel in den USA und der Welt stärken. Sie haben viel auf der Agenda, es ist ein sehr ambitioniertes Programm.Frage: Was sind denn die drängendsten Probleme?Antwort: Die großen Themen sind die Herausforderungen durch den Klimawandel und dessen Auswirkungen auf die Lebensbedingungen in der Arktis - zum Beispiel Herausforderungen für die Infrastruktur und für die traditionellen Lebensformen der indigenen Bevölkerung. Dann wird die Region stärker zugänglich vor allen Dingen auch für wirtschaftliche Aktivitäten speziell im konventionellen Energiebereich wegen der Öl- und Gasausbeute, aber auch für die kommerzielle Schifffahrt und den Tourismus - und die Infrastruktursituation da oben ist doch mehr als mau. Alle sagen, es ist nicht die Frage, ob mal ein Unfall passiert, sondern nur wann. Auch Biodiversität ist ein ganz großes Thema.Frage: Schlägt sich der Russland-Konflikt auch im Rat nieder?Antwort: Wenn man es damit vergleicht, wie es auf globaler Ebene aussieht, ist es im Arktischen Rat eigentlich unglaublich harmonisch. Die Russen sind nicht ausgeschlossen worden und haben sich auch selbst nicht ausgeschlossen. Einige hoffen, dass der Rat vielleicht auch eine Möglichkeit bietet, dass die Akteure miteinander reden und dass nicht alle Gesprächsfäden abreißen. Aber es ist gut, dass jetzt gerade keine Ratspräsidentschaft von Russland ansteht, das wäre glaube ich schon ein Problem, weil sich sowohl die Amerikaner als auch die Kanadier jetzt gerade schwertun, nach Russland zu reisen.Frage: Was sind Deutschlands vorrangige Interessen im Arktischen Rat?Antwort: Deutschland ist schon von Anfang an dabei, seit 1996, wir sind ein etablierter Beobachter. Das liegt einerseits daran, dass Deutschland seit Jahrzehnten ein aktiver Arktisforscher ist, in Sachen naturwissenschaftlicher Polarforschung macht Deutschland seit Jahrzehnten unglaublich viel. Aber man hat in letzter Zeit auch von politischer und sozialwissenschaftlicher Seite ein größeres Interesse und natürlich hängen da auch immer mehr wirtschaftliche Interessen drin, vor allem in Sachen Schifffahrt aber auch maritime Technologie.Frage: Wie steht es denn um das Rennen um die Schätze der Arktis?Antwort: 2007/2008 gab es eine Art Startschuss für die Arktis, es klang recht eindeutig, das Eis reduziert sich, man kann dahin und da gibt es Öl und Gas. Aber das Bild ist viel komplexer. Es gibt immer noch sehr viel Eis und teilweise sind auch freifließendes Eis und Eisschollen gefährlicher für schifffahrtliche Aktivitäten als eine Eisdecke. Zudem hat die Schiefergasrevolution in den USA einige Sachen abgewürgt, jetzt ist der Ölpreis im Keller, Russland hat sich als immer schwierigerer Partner herausgestellt - also ist alles doch nicht so gradlinig. Man war ein bisschen zu euphorisch und optimistisch, so einfach ist es nicht.Zur Person: Kathrin Keil (31) erforscht seit sechs Jahren die Arktis. Sie ist Wissenschaftlerin am Institute for Advanced Sustainability Studies (IASS) in Potsdam und leitet dessen Arktisarbeit.