Neapel feiert Stadtpatron und «Teufel Cavani»: Neapel (dpa) - Mit himmlischem Beistand und einem «Teufel» auf dem Platz hat der SSC Neapel Italiens Meister AC Mailand vom Platz gefegt. Durch den 3:1-Sieg stürzte der Champions-League-Gegner des FC Bayern München Milan in die Krise und Neapel in einen Freudentaumel wie zu Diego Maradonas Zeiten.
Vergrößern Neapel feiert Stadtpatron und «Teufel Cavani» | Bild: © dpa

21 Jahre nach dem letzten Triumph träumt «Napoli» wieder vom Meistertitel - dank Edinson Cavanis Hattrick und der Hilfe des Stadtheiligen San Gennaro, wie Club-Präsident Aurelio De Laurentiis glaubt. «San Gennaro hat sein Wunder schon vollbracht», jubelte der Filmproduzent am späten Sonntagabend. Dabei folgte am Montag erst der Festtag des Stadtpatrons, bei dem tausende Gläubige im Dom von Neapel das Blutwunder des San Gennaro erwarten. Während De Laurentiis seine Mannschaft im ausverkauften Stadio San Paolo von himmlischen Mächten beflügelt sah, erklärte die Sportzeitung «Tuttosport» Neapels Triumph mit der Gala-Vorstellung des «Teufels Cavani».

Tatsächlich spielte der Uruguayer eine teuflisch gute Partie. Nach Aquilanis Führungstreffer schoss der 24-Jährige Neapel im Alleingang zum Sieg. Als Belohnung für seinen Hattrick durfte er als erster Serie A-Spieler den Spielball mit nach Hause nehmen. Mit der Kugel unterm Arm stolzierte der von den Sportgazetten «Matador» getaufte Südamerikaner durch die bebende Arena und genoss die Huldigungen der Tifosi. «Bellissimo» sei diese prickelnde Jubelstimmung gewesen, erzählte Cavani nach «dem grandiosen Spiel».

Neapel hat tatsächlich das Zeug zum Meister, zumal Trainer Walter Mazzarri in der Stunde des größten Triumphes seit vielen Jahren auf dem Boden blieb: «Wir haben sehr schlecht angefangen», kritisierte der Coach und forderte «mehr Kaltschnäuzigkeit und mehr Ballbesitz» von seinem Team, das sich mit zwei Siegen in zwei Spielen an die Tabellenspitze setzte.

Während die Neapolitaner noch am Montag feierten, herrschte bei den Mailänder Fußball-Fans kollektive Katerstimmung: Meister Milan und Herausforderer Inter haben in dieser Saison noch kein einziges Liga-Spiel gewonnen. Vor Milans 1:3-Pleite, war Inter zu Hause gegen den AS Rom nicht über ein 0:0 hinausgekommen. Gegen Aufsteiger Novara steht der in die Kritik geratene Inter-Coach Gian Piero Gasperini am Dienstag mächtig unter Druck. Noch eine Pleite und «Gasp» fliegt, spekulieren Italiens Sportzeitungen.

Auch Miroslav Klose hatte mit Lazio Rom keinen Grund zur Freude. Nach dem beeindruckenden 2:2 zum Saisonauftakt bei Milan unterlag der deutsche Nationalstürmer mit seinem neuen Club zu Hause dem CFC Genua mit 1:2. Der Ex-Bayer, der gegen Milan das erste Tor der neuen Serie A-Saison erzielt hatte, ging diesmal leer aus, bereitete aber immerhin Lazios Führungstreffer von Giuseppe Sculli vor.