Nach langer Reise angekommen: Nach über drei Jahrzehnten Pause hat Yusuf Islam alias Cat Stevens am Dienstagabend in Hamburg sein erstes Deutschlandkonzert gegeben. Es ist ein Zeitreise durch sein musikalisches Schaffen von seinen großen Hits wie 'Wild World' bis hin zu neuen Titeln wie 'Roadsinger'. Die Fans sind begeistert, einige gar zu Tränen gerührt.
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Hamburg (dapd).

Der inzwischen 62-jährige Musik-Poet ist gut aufgelegt und scherzt mit dem Publikum, bleibt aber zugleich distanziert. 'Hey Hamburg. Ich liebe diese Stadt', sagt er zu Beginn. 'Es ist ein langer Weg gewesen. Man weiß nie, wo man landet.'

Vieles hat sich verändert in den Jahren, in denen er sich aus dem Geschäft zurückzog. 1977 trat er zum Islam über und änderte seinen Namen, aus Cat Stevens wurde Yusuf Islam. Die Zeit ist auch äußerlich nicht spurlos an ihm vorüber gegangen. Seine Haare sind inzwischen ergraut.

Unverändert beeindruckend sind seine Stimme und die alten Hits. Auf dem Programm stehen bekannte Titel wie 'Morning has broken' und 'The first cut is the deepest' in einem Medley mit 'Here comes my baby'. Die ersten Zeilen des bekannten Titels 'Wild World' singt er auf Zulu.

Yusuf spielt über zwei Stunden mit einer 30-minütigen Pause. Zwischendurch tauscht er die Gitarre gegen ein E-Piano. Der Sound wird teilweise richtig rockig. Zudem stellt Yusuf sein erstes Musical 'Moonshadow' vor, das noch in der Entstehung ist. Es handelt von dem Jungen Stormy, der auf einem dunklen Planeten lebt, von seiner Liebe getrennt wird und zu einem fernen schönen Land fliehen möchte. Es sei seit 45 Jahren sein Traum gewesen, ein Musical zu schreiben, seit er im Londoner West End aufwuchs, sagt Yusuf.

Auf der Bühne erzählt er die Entstehungsgeschichte einiger Songs. Zu dem Song 'I love my dog' erklärt er, dass er damit seine Karriere begonnen habe, mit dem Namen Cat Stevens. Es klingt ein wenig selbstkritisch, doch scheint er mit sich im Reinen zu sein. Das Reisen, das Suchen nach Glück ist eines der zentralen Themen seiner Songs und des Konzerts. Dazu passt auch die Bühnengestaltung, die mit zwei Laternen eine Straßenecke darstellt.

Am Ende des Konzerts danken ihm die rund 6.000 Fans in der Hamburger O2 World mit stehenden Ovationen, nicht wenige haben Tränen in den Augen vor Begeisterung. 'Uns erinnert die Musik an die Jugendzeit', sagen Brigitte und Günther Löffler, die aus dem niedersächsischen Wiefelstede angereist sind. Die 55-Jährige hat ihren Mann damals kennengelernt. Yusuf vertrete einen Islam, wie man ihn sich im Grunde wünschen würde, sagt eine Zuhörerin nach dem Konzert.

Das sei ein gutes Konzert gewesen, findet Ahmed Elata, der im Anschluss wartet, um die Gitarren von Stevens in einen alten VW-Bulli einzuladen. Im Vergleich zu früher sei Yusuf viel ruhiger. 'Er scheint viel mehr Spaß zu haben', sagt Elata.

Nach dem deutschen Tourauftakt in Hamburg folgen bis zum 29. Mai weitere Konzerte in Oberhausen, Berlin, München und Mannheim.

dapd