DJ XETRA-SCHLUSS/Etwas fester - DAX trotzt schwachem ADP-Bericht FRANKFURT (Dow Jones) Etwas fester ist der deutsche Aktienmarkt am Mittwoch aus dem Handel gegangen. Der DAX legte um 0,2% oder 11 auf 6.154 Punkte zu. Händler sprachen von einem uninspirierten Handel ohne klare Tendenzen. Auch der Umsatz fiel angesichts der vorösterlichen Marktruhe eher dünn aus: Umgesetzt wurden in DAX-Titeln auf Xetra rund 111,3 (Vortag: 113,2) Mio Aktien im Wert von rund 3,43 (Vortag: 3,12) Mrd EUR. Zudem hielten sich die Anleger vor dem US-Arbeitsmarktbericht aus den USA am Freitag zurück. Einen negativen Vorgeschmack lieferte hier der enttäuschende ADP-Beschäftigungs-Index und drückte den DAX zwischenzeitlich ins Minus. Mit minus 23.000 Stellen ging die Beschäftigung im privaten Sektor entgegen der Erwartung weiter zurück. Volkswirte hatten im März mit einem Plus von 50.000 neuen Stellen gerechnet. Händler fürchten nun, dass auch der offizielle US-Arbeitsmarktbericht am Freitag enttäuschen wird. Für etwas Erleichterung sorgten dann die weiteren US-Konjunkturdaten. So lag der Chicago Einkaufsmanager-Index mit 58,8 im März nur leicht unter dem Konsens von 60,8 Indexpunkten. Händler betonten jedoch, dass der Auftragseingang fast auf Februar-Niveau geblieben sei und damit besser als erwartet. Auch die US-Industrieaufträge und die Revision der Aufträge langlebigen Wirtschaftsgüter verbesserten sich überraschend deutlich: So legten die Aufträge im Februar um 0,6% zu (erwartet +0,3%), der Januar wurde deutlich hochrevidiert auf +2,5% (vorher 1,7%). Die Aufträge langlebiger Wirtschaftsgüter wurden im Februar auf +0,9% erhöht von zuvor +0,5%. Technische Analysten sehen den DAX weiter in einer gesunden Aufwärtsbewegung. "Der Markt zeigt weiter eine gute Rotation in den Einzeltiteln, die Korrekturen sind nur minimal", erklärte ein Techniker. Der Aufwärtstrend dürfte daher nach Ostern weitergehen. DAX unterstützt bei 6.075 Punkten gesehen. Deutliche Kursgewinne zeigten Infineon mit einem Plus von 2% auf 5,13 EUR. Stützend wirkte sich die angehobene Umsatzprognose von Applied Materials in den USA aus. Der Halbleiter-Ausrüster erwartet nun im laufenden Jahr einen Anstieg der Erlöse um mehr als 60%. Zuvor war von mehr als 50% die Rede gewesen. Gerade die Anhebung der Umsatzziele wurde im Handel begrüßt. Dies deute auf eine Wiederbelebung der Investitionstätigkeit. Siemens verbesserten sich um 1,5% auf 74,15 EUR nach guten Vorgaben von Honeywell. Die Anhebung der Schätzungen des US-Mischkonzerns für das erste Quartal wurde als positives Signal für die Branche gewertet. Bankenaktien litten indes unter einem europaweiten Rückzug aus der Finanzbranche. Hier drückte eine neuerliche Herabstufung des Ratings griechischer Banken und die sich abzeichnende Bankenabgabe. Zudem weckten die schwachen ADP-Beschäftigungsdaten die Sorge, in den USA könnten die Kreditausfälle wegen Arbeitslosigkeit weiter zunehmen. Commerzbank fielen um 0,6% auf 6,34 EUR, Deutsche Bank gaben trotz einer Kurszielerhöhung durch Morgan Stanley auf 62 von 58 EUR nach um 1,7% auf 57,03 EUR. Die Vorzugsaktien von Fresenius tendierten nach der Ankündigung des Konzerns, die Vorzüge in Stämme wandeln zu wollen, um 0,1% leichter bei 55,90 EUR. Die Stammaktien, die sich im Preisniveau den Vorzügen angleichen, sprangen dagegen um 6,7% auf 55,11 EUR. Die Analysten von Jefferies sahen die Umwandlung positiv: Die verbesserte Liquidität und die dominantere Stellung im DAX, wo bisher nur die Fresenius-Vorzüge gelistet sind, dürfte langfristig positiv wirken. Schließlich habe die Aufteilung in Stämme und Vorzüge für viele Investoren bislang ein Hindernis dargestellt. Die Vorzüge von VW handelten ex Bezugsrecht und schlossen unverändert bei 67,90 EUR. adidas litten unter einer Abstufung und verloren 1,7% auf 39,60 EUR. Kepler hat die Aktie auf "Hold" von "Buy" gesenkt. Im MDAX brachen Hamburger Hafen um deutliche 9,4% auf 28,09 EUR ein. Der Ausblick des Unternehmens wurde als "enttäuschend" eingestuft. "Die Erwartungen waren im Vorfeld einfach zu hoch", erklärte ein Marktteilnehmer. Nach den positiven Signalen, die unter anderem vom Baltic Dry Index für Schiffsfrachtraten und von FedEx ausgegangen seien, habe man auf deutlichere Erholungssignale der Weltwirtschaft gesetzt. Das Containergeschäft verlief dennoch enttäuschend. Auch TUI gaben um 2,4% auf 8,33 EUR. MTU profitierten von einer Empfehlung durch Goldman Sachs und kletterten um 3,3% auf 43,08 EUR. Im TecDAX erholten sich Wirecard nach dem Kursabsturz am Vortag um 10,2% auf 7 EUR glatt. BB Biotech gaben um 4,4% auf 49,10 EUR nach. Der Wert wurde ex Dividende gehandelt. Nach ihren endgültigen Zahlenvorlagen für das abgelaufene Geschäftsjahr gaben SMA Solar 2,9% nach und Roth & Rau um 1,6%. DJG/mod/gei Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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