Politik
Monitor: Trotz Riester-Rente keinen Euro zusätzlich - Interne Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung wecken Zweifel am Nutzen der Riester-Rente für Geringverdiener
10.01.08 | 13:30 UhrKöln (ots) - Millionen zukünftiger Rentner laufen Gefahr, trotz Riester-Rente im Alter keinen Euro zusätzlich in der Tasche zu haben. Das berichtet das ARD-Magazin MONITOR auf Grundlage interner Zahlen der Deutschen Rentenversicherung in seiner heutigen Sendung (Das Erste, 10.01.08, 21.45 ...
Köln (ots) - Millionen zukünftiger Rentner laufen Gefahr, trotz
Riester-Rente im Alter keinen Euro zusätzlich in der Tasche zu haben.
Das berichtet das ARD-Magazin MONITOR auf Grundlage interner Zahlen
der Deutschen Rentenversicherung in seiner heutigen Sendung (Das
Erste, 10.01.08, 21.45 Uhr).
Diese hatte berechnet, dass selbst ein Durchschnittsverdiener, der
32 Jahre in die Rentenkasse einzahlt, im Jahr 2030 voraussichtlich
keinen Nutzen von Riester haben wird. Das Fazit des internen Papiers:
"Je weniger Beitragsjahre ein Versicherter hat und je geringer in
dieser Zeit seine Beiträge sind, desto weniger lohnt sich Riester."
Der Renten-Experte und langjährige Regierungsberater Winfried
Schmähl warnt in MONITOR, dass davon keineswegs nur heutige
Hartz-IV-Empfänger betroffen seien. "Millionen" müssten damit
rechnen, "dass sich ihre Riester-Förderung gewissermaßen in Luft
auflöst". Schuld sei das seit Jahren sinkende Leistungsniveau der
gesetzlichen Rentenversicherung und eine gesetzliche Regelung, die
bislang selbst Experten kaum bekannt ist: Die Anrechnung der
Riester-Ersparnis auf die Grundsicherung.
Davon betroffen ist jeder, der im Alter so wenig hat, dass er auf
Grundsicherung angewiesen ist - so heißt die Sozialhilfe im Alter. In
die Berechnung des Grundsicherungsanspruchs fließt auch die private
Riester-Vorsorge ein. Die staatliche Unterstützung wird dann genau um
den Betrag der angesparten Riester-Rente gekürzt.
Der Wirtschaftsweise Bert Rürup forderte in MONITOR eine Änderung der
Gesetzeslage. Wer riestert, müsse das Geld später tatsächlich
zusätzlich in der Tasche haben.
Stichproben von MONITOR ergaben zudem, dass Banken, Sparkassen und
Versicherungen die Versicherten über diesen Sachverhalt selbst auf
Nachfrage nicht aufklärten. Die BW Bank (Landesbank Baden
Württemberg) rechtfertigte dies gegenüber dem ARD-Magazin damit,
"Beratungen zur Gesamtthematik, Sozialhilfe, Arbeitslosengeld 1 und
2, Grundsicherung" seien ihr "per Gesetz nicht erlaubt". Den
"allgemeinen Hinweis zu Anrechnung von Einkommen und Vermögen auf die
Grundsicherung" wolle man aber "zukünftig deutlicher herausstellen".
Originaltext: WDR Westdeutscher Rundfunk
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/7899
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_7899.rss2
Pressekontakt:
Annette Metzinger, WDR-Pressestelle, Telefon 0221/220-2770, -4605
WDR-Redaktion Monitor, Telefon 0221/220-3124
Riester-Rente im Alter keinen Euro zusätzlich in der Tasche zu haben.
Das berichtet das ARD-Magazin MONITOR auf Grundlage interner Zahlen
der Deutschen Rentenversicherung in seiner heutigen Sendung (Das
Erste, 10.01.08, 21.45 Uhr).
Diese hatte berechnet, dass selbst ein Durchschnittsverdiener, der
32 Jahre in die Rentenkasse einzahlt, im Jahr 2030 voraussichtlich
keinen Nutzen von Riester haben wird. Das Fazit des internen Papiers:
"Je weniger Beitragsjahre ein Versicherter hat und je geringer in
dieser Zeit seine Beiträge sind, desto weniger lohnt sich Riester."
Der Renten-Experte und langjährige Regierungsberater Winfried
Schmähl warnt in MONITOR, dass davon keineswegs nur heutige
Hartz-IV-Empfänger betroffen seien. "Millionen" müssten damit
rechnen, "dass sich ihre Riester-Förderung gewissermaßen in Luft
auflöst". Schuld sei das seit Jahren sinkende Leistungsniveau der
gesetzlichen Rentenversicherung und eine gesetzliche Regelung, die
bislang selbst Experten kaum bekannt ist: Die Anrechnung der
Riester-Ersparnis auf die Grundsicherung.
Davon betroffen ist jeder, der im Alter so wenig hat, dass er auf
Grundsicherung angewiesen ist - so heißt die Sozialhilfe im Alter. In
die Berechnung des Grundsicherungsanspruchs fließt auch die private
Riester-Vorsorge ein. Die staatliche Unterstützung wird dann genau um
den Betrag der angesparten Riester-Rente gekürzt.
Der Wirtschaftsweise Bert Rürup forderte in MONITOR eine Änderung der
Gesetzeslage. Wer riestert, müsse das Geld später tatsächlich
zusätzlich in der Tasche haben.
Stichproben von MONITOR ergaben zudem, dass Banken, Sparkassen und
Versicherungen die Versicherten über diesen Sachverhalt selbst auf
Nachfrage nicht aufklärten. Die BW Bank (Landesbank Baden
Württemberg) rechtfertigte dies gegenüber dem ARD-Magazin damit,
"Beratungen zur Gesamtthematik, Sozialhilfe, Arbeitslosengeld 1 und
2, Grundsicherung" seien ihr "per Gesetz nicht erlaubt". Den
"allgemeinen Hinweis zu Anrechnung von Einkommen und Vermögen auf die
Grundsicherung" wolle man aber "zukünftig deutlicher herausstellen".
Originaltext: WDR Westdeutscher Rundfunk
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