Dessau-Roßlau (dapd-lsa).
In der Wache an der Wolfgangstraße war am 7. Januar 2005 der Afrikaner Oury Jalloh bei einem Feuer in seiner Zelle ums Leben gekommen. Seitdem gibt es jährliche Gedenkveranstaltungen. In diesem Jahr war es dabei zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen - die Opposition von Linke und Grünen zweifelte danach an der Verhältnismäßigkeit des Einsatzes.
Freunde und Aktivisten aus der linken Szene werfen der Polizei vor, beim Brand in Jallohs Zelle nicht schnell genug reagiert zu haben. Seit dem 12. Januar wird der Fall vor dem Landgericht Magdeburg erneut verhandelt.
Beamte bemerkten den Brand vor ihrer Wache am Mittwoch um 2.15 Uhr. Für sie habe Gefahr bestanden, sagte Polizeisprecher Moritz. Es sei aber niemand zu Schaden gekommen. Polizisten konnten das Feuer selber löschen. Der Staatsschutz wurde in die Ermittlungen eingeschaltet. Ermittelt werde in alle Richtungen, da auch Trittbrettfahrer hinter der Aktion stecken könnten.
Der Sprecher verwies in der wieder hochgekochten Debatte um den Tod Oury Jallohs auch auf einen weiteren Fall, der am Montag in Dessau Aufmerksamkeit erregte: Im Stadtzentrum wurde ein 29-jähriger Deutscher niedergestochen. Noch am Tatort wurde ein 30-Jähriger mit Migrationshintergrund festgenommen.
dapd


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