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Mönch» - (Feature) Karpfenernte hat begonnen - In der ältesten Teichanlage Mecklenburgs werden jetzt Karpfen für den Winter abgefischt --Von ddp-Korrespondent Jürgen Drewes-- (Mit Datenblatt und Bildern)

07.11.09 | 10:04 Uhr

Schon vor einer Woche hat Detlefsen den «Mönch» genannten Stöpsel gezogen, damit das Wasser aus dem künstlich angelegten Gewässer abfließen kann Mit Staubrettern wird ein zu schnelles Absinken des Wasserspiegels verhindert, «so haben die Karpfen immer genug Zeit, an die tiefste Stelle des kegelförmig angelegten Teiches zu schwimmen», wie Detlefsen erklärt.Hier und da zappeln im Schlamm kleine Karpfen, aber auch Schleie, Neunaugen, Krebse, die es nicht zur Mitte geschafft haben. Fischer Leif Detlefsen zieht seine Wathose so hoch es geht und zurrt die Träger fest. So stampft er los, durchs Schilf und auf die Mitte des Fischteichs zu. Dort brodelt das Wasser, denn Hunderte Karpfen haben sich an der tiefsten Stelle des Teiches versammelt. Der Inhaber des Fischereihofs im Hütter Wohld bei Bad Doberan hat ein gutes Dutzend Helfer versammelt, um seinen Teich zu Beginn des Winters abzufischen.

Schon vor einer Woche hat Detlefsen den «Mönch» genannten Stöpsel gezogen, damit das Wasser aus dem künstlich angelegten Gewässer abfließen kann. Mit Staubrettern wird ein zu schnelles Absinken des Wasserspiegels verhindert, «so haben die Karpfen immer genug Zeit, an die tiefste Stelle des kegelförmig angelegten Teiches zu schwimmen», wie Detlefsen erklärt.

Hier und da zappeln im Schlamm kleine Karpfen, aber auch Schleie, Neunaugen, Krebse, die es nicht zur Mitte geschafft haben. Sie werden von den Helfern behutsam eingesammelt und in einem tiefer gelegenen Teich wieder ausgesetzt. Dann geht es an die dicken Fische. Detlefsen greift sich einen und hält ihn prüfend in die Höhe. «Der ist fast drei Kilo schwer, ein ideales Gewicht. Da wird eine ganze Familie von satt», sagt er.

Mit einem Netz, das über den Boden gezogen wird, werden die Karpfen nach und nach aus dem Wasser geholt. «Das kostet richtig Kraft, das ist schwere körperliche Arbeit», sagt Mathias Fuchs, der sich mit dem wolligen Hemdsärmel immer wieder den Schweiß von der Stirn wischt. Gemeinsam mit Detlefsen hat er wie die allermeisten anderen Helfer Binnenfischer gelernt, nur wenige arbeiten aber noch in diesem Beruf. Fuchs ist jetzt beim Technischen Hilfswerk, zum Abfischen hilft er Detlefsen seit vielen Jahren.

Norbert Hern sortiert die Fische aus dem Netz nach Gewicht in bereitgestellte Tragekübel. Wenig später landen die Karpfen in Transportbecken auf einem Traktorhänger. So geht es direkt auf das nahe gelegene Hofgelände und dort abschließend in die Hälterungsbecken. Nach gut zwei Stunden ist auch der letzte von insgesamt etwa 800 Karpfen eingefangen. Gemeinsam bringen sie 40 Zentner auf die Waage.

Die fast 900 Jahre alte Teichanlage inmitten des 400 Hektar großen Hütter Wohld ist die älteste in Mecklenburg-Vorpommern. Mönche des Zisterzienser-Ordens hatten einst die 3,5 Kilometer lange Stau-Teichkette im heutigen Naturschutzgebiet angelegt. Leif Detlefsen sieht sich in der Verantwortung, Naturschutz und extensive Bewirtschaftung im Einklang zu halten. So bleiben die Teiche über Winter leer, damit der Boden durchfrieren kann und Krankheitserreger nicht überleben. Erst im Frühjahr werden die Teiche erneut aufgefüllt, «bespannt», wie der Fachmann sagt. Das Wasser - insgesamt fassen die 14 Teiche 70 Millionen Liter - fließt aus einer Quelle.

Die neuen Karpfen züchtet der erfahrene Fischwirt selbst. Nach 50 Gramm im ersten Jahr bringen es die Fische nach drei Sommern auf eineinhalb Kilogramm, im vierten Jahr dann auf bis zu drei Kilogramm. «Zugefüttert wird bei uns nicht. Getreide ist teuer, würde den Fischpreis nur unnötig in die Höhe treiben und zudem die Umwelt zusätzlich belasten», sagt Detlefsen.

Weil Karpfen Allesfresser seien, fänden sie ausreichend natürliche Nahrung im Teich. Beim Durchwühlen des schlammigen Grunds stoßen sie auf zahlreiche Würmer, Krebse und Insektenlarven. Auch vom Schilf und den umliegenden Bäumen fallen immer wieder Larven, Pflanzensamen und Früchte ins Wasser und ergänzen das Futterangebot. «Dadurch werden die Karpfen auch nicht so fett», erklärt der Experte.

Jetzt, bei unter zehn Grad Celsius hörten sie ohnehin auf zu fressen, fielen in eine Art Winterstarre, erklärt der Experte und fischt mit seinem langstieligen Handkescher für einen Kunden einen gerade geernteten Karpfen aus dem Hälterungsbecken. In den nächsten Tagen, bis Weihnachten und Sylvester, werden auch wieder viele Gastronomen und Küchenchefs direkt vor Ort beim Fischer einkaufen, der selbst für «gebackenen Karpfen» schwärmt.

ddp/jdw/muc


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Schon vor einer Woche hat Detlefsen den «Mönch» genannten Stöpsel gezogen, damit das Wasser aus dem künstlich angelegten Gewässer abfließen kann Mit Staubrettern wird ein zu schnelles Absinken des Wasserspiegels verhindert, «so haben die Karpfen immer genug Zeit, an die tiefste Stelle des kegelförmig angelegten Teiches zu schwimmen», wie Detlefsen erklärt.Hier und da zappeln im Schlamm kleine Karpfen, aber auch Schleie, Neunaugen, Krebse, die es nicht zur Mitte geschafft haben. Fischer Leif Detlefsen zieht seine Wathose so hoch es geht und zurrt die Träger fest. So stampft er los, durchs Schilf und auf die Mitte des Fischteichs zu. Dort brodelt das Wasser, denn Hunderte Karpfen haben sich an der tiefsten Stelle des Teiches versammelt. Der Inhaber des Fischereihofs im Hütter Wohld bei Bad Doberan hat ein gutes Dutzend Helfer versammelt, um seinen Teich zu Beginn des Winters abzufischen.

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