Mit geballter Technikkraft gegen Schnee und Eis: Die Männer vom Winterdienst des Flughafens Leipzig/Halle machen sich fertig für ihren Einsatz. 15,5 Grad unter Null zeigt das Thermometer am Dienstag an, es hat leicht schneit. Nach dem Start einer Condor-Maschine auf die Kanareninsel Fuerteventura soll die Start- und Landebahn Nord vom Schnee geräumt werden.
Vergrößern Mit geballter Technikkraft gegen Schnee und Eis | Bild: © dapd

Schkeuditz (dapd-lsc).

'Eine Viertelstunde brauchen wir dafür', sagt Einsatzleiter Tom Behnke und zeigt auf die neue, im September vorigen Jahres in Betrieb genommene riesige Fahrzeughalle für den Winterdienst. Dort öffnen sich nach und nach die Tore, und die Spezialfahrzeuge für die Beräumung der Pisten rollen aus der Halle.

Auf dem Vorfeld reihen sich die zwölf Fahrzeuge auf, die Fahrer checken die Maschinen und klappen ihren Schneepflug auf eine Breite von mehr als sechs Meter aus. Karsten Schmidt, der als Gruppenführer eines Räumtrupps die Fahrt in einem Jeeps begleitet, zeigt auf die Kehrwalzen und das Gebläse. Damit werde jeder Schnee beseitigt, meint er.

Die Fahrer melden sich einzeln über Funk: '106 einsatzbereit, 110 einsatzbereit', tönt es durch den Lautsprecher des Funkgerätes. Der Gruppenführer gibt letzte Anweisungen: 'Schild und Besen nach links ausrichten' und dann setzt sich die Kolonne in Bewegung. Versetzt rollen die Fahrzeuge über die 3.600 Meter lange Startbahn Nord. Nach gut 15 Minuten ist die Bahn wieder frei für den Flugverkehr. Eine Kontrolle noch mit einem speziellen Fahrzeug, das den Grip auf der Betonpiste misst, und die nächsten Flugzeuge können wieder starten.

Derweil rollen die Räumfahrzeuge zur Start- und Landebahn Süd. Tom Behnke ist sich sicher, wenn es nicht weiter schneit, müssten die Bahnen in der Nacht zum Mittwoch nicht noch einmal geräumt werden. Acht Stunden dauert eine Schicht. Matthias Mende, der den Technikeinsatz leitet, zeigt in der Winterdienstzentrale des Flughafens auf einen Monitor mit einem Niederschlagsradar. Gut zwei Stunden Vorlauf hätten sie, um reagieren zu können, sagt Mende und fügt hinzu, außerdem lägen ihn noch die Prognosen des Wetterdienstes vor, der für Donnerstag wieder leichten Schneefall vorhersagt.

270 Einsatzkräfte stehen für den Winterdienst in Bereitschaft. Nicht alle kommen dabei vom Flughafen. 'Wir arbeiten unter anderem auch mit Mitarbeitern von Gärtnereien oder Grünflächenämtern zusammen, die sonst im Winter keine Beschäftigung hätten', sagte Behnke. Diese würden jährlich ab September für ihre Einsätze geschult.

Trotz der Kälte in den vergangenen Tagen ist der Flughafen von den extremen Werten des vergangenen Winters noch weit entfernt. Pressesprecher Uwe Schuhart sagt, 'wenn damals nicht geräumt worden wäre, hätten wir eine ein Meter hohe Schneedecke auf dem Flughafenareal gehabt'. In diesem Winzer hielten sich die Niederschlägen noch in Grenzen. Auch bei der Enteisung der Flugzeuge liege der Flughafen noch deutlich unter den Vorjahreswerten, als 3.100 Flugzeuge vor ihren Start von Eis und Schnee befreit werden mussten.

dapd