Mit dem Wohnmobil sicher unterwegs: Rund eine Million Deutsche besitzen ein Freizeitdomizil auf Rädern, einen Caravan oder ein Wohnmobil. Bevor sie auf große Fahrt gehen, sollten sie ihr Gefährt gründlich inspizieren lassen.
Vergrößern Mit dem Wohnmobil sicher unterwegs | Bild: © ad-hoc-news

«Das Hantieren an der Flüssiggasanlage beispielsweise ist für Laien absolut tabu», sagt Hans-Ulrich Sander vom TÜV Rheinland in Köln. Jedes Leck könne zu einer Explosion führen. Deshalb sollten Reparaturen unbedingt den Fachwerkstätten überlassen werden. Darüber hinaus muss in den amtlich anerkannten Prüfstellen von TÜV, Dekra & Co. die Gasinstallation alle zwei Jahre inspiziert werden, in der Regel bei der Hauptuntersuchung. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann jedoch auch vor Urlaubsantritt die Anlage auf Dichtheit und Funktionsfähigkeit überprüfen lassen. Das kostet etwa 35 Euro.

Ebenfalls der Sicherheit dient das korrekte Gewicht. Deshalb sollte das fahrfertige Feriengefährt samt Insassen auf die Waage. Denn bei Übergewicht drohen Bußgelder und Punkte in Flensburg. Das zulässige Gesamtgewicht steht im alten Kfz-Schein unter Ziffer 15 oder in Feld F2 des neuen Zulassungsdokuments Teil 1. «Zu beachten ist außerdem die korrekte Stützlast, also das Gewicht, das auf die Anhängerkupplung drückt», sagt Sander.

Das wichtigste Accessoire für eine sichere Fahrt mit einem Camping-Anhänger oder Caravan ist «die Disziplin des Fahrers». So sieht es Hans-Werner Wormer vom TÜV Süd. Selbst für erfahrene Pkw-Fahrer sei das Lenken von Gespannen eine Herausforderung, deshalb die dringliche Empfehlungen: «Fahren Sie diszipliniert, halten Sie die vorgeschriebenen Geschwindigkeitsbeschränkungen von 80, respektive 100 Kilometern pro Stunde ein.» Bei Seitenwind muss besonders Obacht gegeben und das Tempo den aktuellen Verhältnissen angepasst werden.

Was tun, wenn das Fahrzeug schlingert? «Dem Schlingern eines Anhängers geht ein Prozess voraus, den man durchaus frühzeitig wahrnehmen kann», beruhigt der TÜV-Fachmann. Die Alarmlampen beim Fahrer sollten angehen, wenn der Wohnwagen leicht schlingert, obwohl es keine Lenkbewegungen gibt. Hier gelte es, das Tempo zu reduzieren, dann beruhigt sich das Gespann wieder. «Kritischer wird es, wenn sich die Schlingerimpulse vom Anhänger auf das Zugfahrzeug übertragen. Jetzt heißt es, Lenkrad gerade halten und kurz, aber kräftig auf die Bremse treten», skizziert Wormer die fahrerische Strategie.

Fahrzeug und Anhänger haben verständlicherweise einen deutlich längeren Bremsweg sowie eine geringere Beschleunigung. Beides muss einkalkuliert werden. Darüber hinaus sollte man mit viel mehr Abstand unterwegs sein. Das gilt nach vorne genauso wie zur Seite. Entsprechend sollte man bei einem Überholmanöver auch auf ausreichend Luft zum Nebenmann achten. Sonst entsteht ein Sog. Der Hänger gerät ins Schlingern.

Beim Schlingern durch Seitenwind gilt ebenfalls: Vom Gas gehen. Für Wohnwagen gibt es neben der fahrerischen Vorsorge zusätzliche Stabilisatoren, die das Ausbrechen verhindern, und einige Hersteller beziehen inzwischen das Pkw-eigene ESP in den Hängerbetrieb mit ein.

Geht es mit Gespann ins Gebirge, sollte man früh in niedrigere Gänge schalten, rät Wormer: «Das schont den Motor und schützt ihn vor Überhitzung.» Geht es talwärts, sollte man die Bremskraft des Motors in niedrigen Gängen nutzen. Das hält die Bremsen kühl und griffig.

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