Seit einigen Wochen wird Misys als Übernahmekandidat gehandelt. Für Marktbeobachter ist Temenos als Fusionspartner oder Käufer allerdings eine Überraschung, schließlich ist Misys größer. Ein Zusammengang würde daher aller Wahrscheinlichkeit nach über einen Aktientausch abgewickelt werden. Im vergangenen Jahr hatte Misys folgenlos mit Fidelity National Information Services über einen Schulterschluss verhandelt.
Misys ist ein 1979 gegründetes börsennotiertes britisches Software-Unternehmen. Temenos wurde 1993 gegründet, bietet ebenfalls Software für den Bankensektor an und hat als außergewöhnliches Element in der Palette Produkte für islamische Geldanlage. Mit Sitz in Genf hat Temenos in der Finanzwelt mehr als 1.000 Kunden. Von der Produktpalette her ergeben sich zwischen den beiden Unternehmen viele Überschneidungen.
Die Finanzbranche gilt als ein lukratives Feld für Softwareanbieter, da in diesem Sektor mit Software enorme Effizienzgewinne erzielt werden können. Oracle war hier jahrelang stark engagiert und fuhr hohe Gewinn ein, bis die Branche im Zuge der Finanzkrise 2008 ins Stocken geriet. Seitdem gehen die Aufträge zurück. Das könnte sich allerdings angesichts der milliardenschweren Geldspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB) wieder ändern. SAP hatte ebenfalls versucht, in diesem Markt zu punkten, hatte aber bis auf Ausnahmen keinen Fuß in die Tür bekommen.


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