Mißfelder-Äußerung spaltet Junge Union: «Die Erhöhung von ´Hartz IV´ war ein Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie»
Vergrößern Mißfelder-Äußerung spaltet Junge Union | Bild: ©

Berlin (ddp). Der Bundesvorsitzende der Jungen Union (JU), Philipp Mißfelder, spaltet mit seiner Verbalattacke gegen Langzeitarbeitslose die CDU-Nachwuchsorganisation. Während die JU in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg den CDU-Bundestagsabgeordneten verteidigten, kamen vom bayerischen Unions-Nachwuchs heftige Kritik und gar Rücktrittsforderungen.

Mißfelder hatte auf einer Parteiveranstaltung nach einem Bericht der Dortmunder «Ruhr Nachrichten» gesagt: «Die Erhöhung von ´Hartz IV´ war ein Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie.» In der «Leipziger Volkszeitung» (Samstagausgabe) schwächte Mißfelder die Äußerung ab und betonte, er wolle keine «Hartz-IV»-Empfänger diffamieren, sondern auf Missstände hinweisen.

Bayerns JU-Chef Stefan Müller nannte Mißfelders Äußerung im »Münchner Merkur« (Samstagausgabe) »geradezu unanständig«. Mißfelder müsse die Aussagen zurückzunehmen und sich bei den Betroffenen entschuldigen.

Andere bayerische JU-Mitglieder gingen noch weiter. Der Münchner JU-Chef Maximilian Böltl nannte die Äußerungen seien »diffamierend, arrogant und hochnäsig« und forderte Mißfelder auf, sein Amt aufzugeben. Der oberbayerische JU-Chef Georg Rohleder sagte: »Mißfelder ist eine Belastung für die JU insgesamt.« Der Oberpfälzer JU-Bezirkschef Alexander Fischer sagte der »Mittelbayerischen Zeitung« (Samstagausgabe): »Mißfelder ist als Vorsitzender für die Junge Union untragbar.«

Die Junge Union in Nordrhein-Westfalen verteidigte Mißfelder dagegen. »Die Diskussion über Missbrauch von Sozialleistungen zu Lasten von Kindern muss geführt werden«, sagte Landeschef Sven Volmering. Der Chef der JU Brandenburg, Jan Redmann, sagte dem Onlineportal des »Handelsblatts«: »Mit seiner überspitzten Aussage hat Herr Mißfelder lediglich eine überfällige Debatte ausgelöst.»

(ddp)