«Es ist eine Bringschuld, Deutsch zu lernen, seine Kinder in die Kita zu schicken, wie mein Vater es beispielsweise getan hat und ich selbst auch. Es ist eine Bringschuld, sich mit dem deutschen Schulsystem auseinanderzusetzen und seine Kinder dort nicht untergehen zu lassen», sagte Özkan. Die 39-Jährige ist erste türkischstämmige Ministerin in Deutschland.
Die Sprache sei der Schüssel zur erfolgreichen Integration. «Wer die deutsche Sprache lernt, hat eine Chance, wer sie nicht lernt, hat keine Chance», sagte Özkan. «Wir müssen auch deutlich machen: Es ist nichts Schlimmes oder Verwerfliches daran, sein Kind in eine Kita oder den Kindergarten zu geben. Die Mutterrolle leidet darunter nicht.» Es sei aber ein Problem, wenn die Kinder zu Hause blieben, die Großeltern auf sie aufpassten und der türkischsprachige TV-Sender laufe. «Dann spielen die Großeltern Kita - nur sie tun es auf Türkisch.»
Özkan sieht auch Versäumnisse im Umgang mit Zuwanderern. «Es sind in den letzten Jahrzehnten auch Fehler gemacht worden: Bei den Gastarbeiterinnen und Gastarbeitern hat man viel zu lange gedacht, mit dem fleißigen Arbeiten an der Werkbank habe sich die Integration von selbst erledigt.»


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