Mindestens 45 Tote bei Anschlag auf Rekruten in Tikrit: Inmitten einer Gruppe von irakischen Polizeianwärtern hat sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt und mindestens 45 Menschen mit in den Tod gerissen. Die Polizei in Tikrit, der Heimatstadt des früheren Staatschefs Saddam Hussein 130 Kilometer nördlich von Bagdad, erklärte, die Zahl der Opfer könne noch steigen. 140 Menschen wurden verletzt.
Vergrößern Mindestens 45 Tote bei Anschlag auf Rekruten in Tikrit | Bild: © dapd

Bagdad (dapd). Die Moscheen forderten über Lautsprecher die Menschen zum Blutspenden für die Opfer auf.

Vor der Polizeiwache hatten sich rund 100 Bewerber versammelt, die vor dem Betreten des Geländes durchsucht wurden. Dem Attentäter gelang es trotzdem, seine Sprengstoffweste zu zünden. Irakische Fernsehbilder zeigten Aufnahmen von Blutlachen, Kleidungsfetzen und Schuhen der Opfer am Anschlagsort. Dem Taxifahrer Abdul Hamid Michlaf bot sich ein schreckliches Bild. 'Verletzte Menschen liefen auf mich zu und riefen um Hilfe und baten mich, sie sofort ins Krankenhaus zu bringen', sagte er. 'Ich sah mehrere Leichen auf dem Boden, während Polizisten in die Luft schossen.'

Tikrit ist die Hauptstadt der sunnitisch dominierten Provinz Salahuddin. In Tikrit fanden nach der US-geführten /sünvasion 2003 zahlreiche Anhänger des Terrornetzwerks Al-Kaida Unterschlupf. Ein Angehöriger des Provinzrats, Abdullah Dschabara, machte die Al-Kaida für den Anschlag verantwortlich. Ziel sei es gewesen, die Region und die Stadt zu destabilisieren. Die Attentäter hätten Mängel bei den Sicherheitsvorkehrungen ausgenutzt.

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