Mindestens 18 Tote bei Anschlag auf schiitische Pilger im Irak: Bei zwei Anschlägen auf schiitische Pilger sind im Irak am Montag mindestens 18 Menschen ums Leben gekommen. Die Autobomben detonierten bei Kerbala, wo mehrere hunderttausend Gläubige zu einem wichtigen religiösen Fest zusammenkamen. Zunächst hieß es, es habe 22 Tote gegeben, dann änderten Polizei und Krankenhausmitarbeiter ihre Angaben aber. 55 Menschen wurden demnach verletzt.
Vergrößern Mindestens 18 Tote bei Anschlag auf schiitische Pilger im Irak | Bild: © dapd

Bagdad (dapd). Binnen einer Woche wurden nun schon mindestens 159 Menschen bei Terrorattacken im Irak getötet.

Die erste Bombe explodierte am Morgen auf einem Parkplatz mit Bussen, der in einem östlichen Vorort von Kerbala liegt. Dabei wurden den Angaben zufolge sechs Pilger getötet und 34 weitere verletzt. Ein weiterer Sprengsatz in der Nähe wurde noch rechtzeitig gefunden und entschärft. Über vier Stunden später explodierte eine Bombe am Südrand der Stadt. Dabei kamen zehn Pilger und zwei Soldaten ums Leben, 21 weitere Menschen wurden verletzt. Während der religiösen Feiertage sind Autos in der den Schiiten heiligen Stadt verboten.

Am Abend wollten die Gläubigen dort an einer Feier zu Ehren des Imams Hussein erwartet, der im 7. Jahrhundert lebte und einer der wichtigsten schiitischen Heiligen ist. Der Tod Husseins in der Schlacht von Kerbala besiegelte die Trennung zwischen Sunniten und Schiiten, die noch heute eine der wichtigsten Bruchlinien in der irakischen Gesellschaft ist.

Unter der Herrschaft Saddam Husseins waren größere Wallfahrten von Schiiten verboten, weil er sie als Machtdemonstration der Bevölkerungsmehrheit fürchtete. In jüngster Zeit haben schiitische Politiker ihre Glaubensbrüder dazu ermutigt, nach Kerbala zu pilgern. Hinter den jüngsten Anschlägen werden Al-Kaida oder andere sunnitische Extremistengruppen vermutet. Es bekannte sich aber niemand zu den Taten.

Erst in der vergangenen Woche waren bei Bombenanschlägen in der rund 90 Kilometer südlich von Bagdad gelegenen Stadt 56 Menschen ums Leben gekommen. Die Polizei teilte weiter mit, in Bagdad seien am Montag zwei Bomben explodiert. Dabei seien ein Geheimdienstoffizier und sein Fahrer getötet worden. Acht Menschen wurden demnach verletzt.

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