Berlin (dapd). Allerdings sei man nicht in allen Altersgruppen so weit, 'wie wir gerne wären'.
Anders als bei den 12- bis 17-Jährigen ist nämlich der Alkoholkonsum bei den jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 Jahren nicht zurückgegangen. 41,9 Prozent von ihnen haben bei der Befragung angegeben, im vergangenen Jahr mindestens bei einer Gelegenheit im Monat fünf Gläser Alkohol oder mehr getrunken zu haben. Das waren fast so viele wie 2004, als dieses sogenannte Rauschtrinken zum ersten Mal abgefragt wurde. Der Anteil der sporadischen 'Rauschtrinker' unter den Jugendlichen lag 2004 bei 22,6 Prozent und ist mittlerweile bei 15,2 Prozent angelangt.
Neben dem Rauschtrinken wurde auch der regelmäßige Alkoholkonsum abgefragt. Demnach tranken im vergangenen Jahr 14,2 Prozent der 12- bis 17-Jährigen mindestens einmal pro Woche Alkohol. 2001 waren es 17,9 Prozent. Bei den jungen Erwachsenen hat sich der Anteil indes kaum verändert. Heute wie vor zehn Jahren sind es 39,8 Prozent.
'Alkoholkonsum junger Erwachsener darf nicht verharmlost werden'
Auch wenn die langfristige Betrachtung die Tendenz offenbart, dass Jugendliche und junge Erwachsene weniger trinken und wenn sie trinken, dann nicht mehr so viel auf einmal - von 2010 auf 2011 ist der regelmäßige Alkoholkonsum in beiden Gruppen leicht angestiegen. Eine 'spezifische Erklärung' hat Pott dafür nicht. Sie nimmt bei ihrer Bewertung lieber längere Zeiträume in den Blick, weil sie sagt, dass auch gute Aufklärungskampagnen Verhalten nicht so schnell ändern können. Außerdem seien die jüngsten Anstiege wissenschaftlich gesehen nicht signifikant.
Auch die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, ist der Ansicht, dass man mit den Kampagnen, die zuletzt vor allem die Minderjährigen ins Visier nahmen, 'auf dem richtigen Weg' ist. Mit Blick vor allem auf den nach wie vor hohen Alkoholkonsum bei den jungen Erwachsenen fügte sie hinzu: 'Es darf hier keine Verharmlosung geben.' Seit März 2011 gibt es bereits das Modellprojekt prev@work, das sich um Suchtprävention in der Ausbildung kümmert.
Dennoch wird die Drogen-Aufklärung junger Erwachsener wohl erst einmal kein Schwerpunkt sein. 'Dazu bräuchten wir zusätzliche Mittel', sagte Pott. Für ihre Arbeit stehen der BZgA ihren Angaben zufolge pro Jahr acht Millionen Euro aus dem Bundeshaushalt und seit 2009 pro Jahr zehn Millionen von den privaten Krankenkassen zur Verfügung. Dass der Schwerpunkt auf die Minderjährigen gelegt wird, findet Pott schon allein deswegen sinnvoll, weil Studien zeigten, dass die Jugendlichen, die heute nicht rauchen oder trinken, das auch in Zukunft nicht tun werden.
dapd


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