Wiesbaden (ddp-hes). Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) und Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) haben die erste Studie zur Ausbildungs- und Arbeitssituation von Bürgern aus Einwandererfamilien in Hessen vorgelegt. Aus den Ergebnissen müsse die Landesregierung «einen Handlungsleitfaden für die Politik der nächsten Jahre ableiten», erklärte Hahn am Dienstag in Wiesbaden. Posch ergänzte, sein Ministerium wolle Qualifizierungsmaßnahmen «noch stärker auf den Fokus Integration ausrichten».
Die Studie ergab nach Angaben der beiden Minister, dass Menschen aus Einwandererfamilien schlechter ausgebildet seien und weniger verdienten als Menschen ohne Migrationshintergund. Rund 38 Prozent der 25- bis unter 65-Jährigen in dieser Gruppe besäßen keine abgeschlossene berufliche Ausbildung. Bei Nicht-Migranten liege der Anteil bei rund 13 Prozent. Die Erwerbslosenquote sei bei Migranten doppelt so hoch, erläuterten Posch und Hahn.
Wirtschaftsminister Posch sagte, die Ergebnisse der Studie deckten sich mit denen einer Betriebsbefragung im Rhein-Main-Gebiet. Demnach verfügten rund 40 Prozent der beschäftigten Migranten nicht über eine Berufsausbildung. Bemängelt würden am häufigsten fehlende Deutschkenntnisse. Auch mangelnde fachliche und soziale Kompetenz hinderten Arbeitgeber an einer Anstellung.
Laut Studie der Landesregierung leben in Hessen rund 1,4 Millionen Personen aus Einwandererfamilien. Dies ergebe einen Anteil von 23,4 Prozent an der Bevölkerung und damit den zweithöchsten Wert in einem deutschen Flächenland nach Baden-Württemberg, erklärten Hahn und Posch. Integrationsminister Hahn sagte, es gelte, «die verschiedenen Kulturen als Bereicherung für unsere Gesellschaft im Bewusstsein zu verankern». Die Vielfalt biete für Hessen «einen enormen Standortvorteil».
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