Nürnberg (ddp-bay). Die Kicker vom 1. FC Nürnberg sind seit gut zwei Wochen wieder erstklassig, bis in die Champions-League ist es aber noch ein weiter, weiter Weg. Dorthin hat es die Metropolregion Nürnberg schon geschafft, wenn man dem bayerischen Regierungschef glauben darf. «Die Metropolregion ist in Europa schon in der Champions-League, was die Wirtschaftskraft betrifft», sagte Horst Seehofer (CSU) anlässlich der Eröffnung der Nürnberger Spielwarenmesse vor wenigen Monaten.
Der im April 2005 gegründete Zusammenschluss von 21 nordbayerischen Landkreisen und zwölf kreisfreien Städten ist mit rund 20 000 Quadratkilometern größer als Rheinland-Pfalz. In einem Gebiet zwischen Coburg im Norden, Weißenburg im Süden, Würzburg im Westen und Weiden im Osten leben über 3,5 Millionen Menschen, 150 000 Unternehmen haben hier ihren Sitz. Innovative, zudem. «Bei den Patentanmeldungen pro Einwohner sind wir spitze in Europa», sagt die Geschäftsführerin der Metropolregion, Christa Standecker.
Der Vorsitzende der Metropolregion, Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD), sieht aber noch reichlich Ressourcen bei der Zusammenarbeit. «Im Tourismus- und Verkehrsbereich geht sicher mehr, auch wenn es darum geht, Kaufkraft in der Region zu binden», sagt er der Nachrichtenagentur ddp. Die Region sei die einzige, die an vier transeuropäische Strecken angrenze, das müsse auch genutzt werden, speziell im touristischen Bereich.
Dabei werben viele Gebiete nach seiner Beobachtung noch für sich selbst. «Natürlich bleibt der Christkindlesmarkt nürnbergerisch, die Bergkirchweih in Erlangen, der Wagner in Bayreuth und die Residenz in Würzburg. Aber für einen Touristen der in die Region kommt, sind doch die Entfernungen nichts», sagt Maly zur Begründung eines gemeinsamen Konzeptes.
Er betont, dass alle Entscheidungen im Rat getroffen würden, in dem 54 Landräte, Oberbürgermeister und Bürgermeister sitzen. «Wir Nürnberger sind nicht die Tanzbären, die in der Mitte tanzen und die anderen nur zum Applaus klatschen brauchen, es ist Kooperation auf Augenhöhe», beschreibt er seine Auffassung von der Arbeitsweise in der Metropolregion. Darin drücke sich auch das fränkische und Oberpfälzer Selbstbewusstsein aus.
Speziell was touristische Ziele angeht, soll es schon bald ein gemeinsames Angebot geben, die Metropolcard. «Vom Playmobilland in Zirndorf bis zum Freizeitland Geiselwind oder dem Tiergarten in Nürnberg soll alles mit dieser Karte zusammengespannt werden», sagt Maly. Dabei sind nicht nur Rabatte auf die Eintrittspreise, sondern auch auf die Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln geplant. Wann es die Karte zu kaufen gebe, sei aber noch offen.
Maly und Standecker setzen große Hoffnungen in die Metropolcard. «Wir wollen damit deutlich machen, dass man nicht immer in die Toskana fahren muss. Es gibt auch bei uns in Franken und der Oberpfalz interessante Dinge», sagt die Geschäftsführerin.
(ddp)


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