Meteorologe: Bei Wettervorhersagen kann jedes Zehntelgrad entscheiden: Die dauerhaften Minustemperaturen im zweistelligen Bereich fordert die Meteorologen heraus: Exakte Vorhersagen seien vor allem bei Temperaturen um den Gefrierpunkt oder in frostigen Perioden mit minus 18 bis minus 20 Grad gefordert, sagte Thomas Endrulat, der das Vorhersage-Team des Deutschen Wetterdienstes für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern in Potsdam leitet.
Vergrößern Meteorologe: Bei Wettervorhersagen kann jedes Zehntelgrad entscheiden | Bild: © dapd

Potsdam (dapd-lbg).

Bei zu erwartenden Temperaturen um null Grad würden etwa die Straßenmeistereien hellhörig, weil ab dann Glätte droht und die Streufahrzeuge startklar gemacht werden müssen. Bei Werten zwischen minus 18 und minus 20 Grad komme es wiederum auf jedes Zehntelgrad in der Prognose an, weil dann manche Sorte Tausalz nicht mehr wirke oder Diesel in Fahrzeugen zu einer geleeartigen Masse wird.

Langfristige Vorhersagen solcher Wetterextreme seien auch für Energieversorger wichtig, um etwa frühzeitig die richtige Menge Gas vorbestellen zu können. Als Fachmann erinnert sich der 50-Jährige darum gerne an den 'knallharten Winter' von Januar 1981 zurück. Gerade bei solchen Wetterextremen seien die Dienste von Meteorologen gefragt, sagte Endrulat.

Endrulat erwartet, dass sich die Temperaturen deutschlandweit bis Ende Februar oder Anfang März unter dem Durchschnitt der Vorjahre halten werden. Tiefsttemperaturen, wie etwa zuletzt der Rekordwert von fast 30 Grad minus im Erzgebirge, sollen dem Wetterkundler zufolge in der kommenden Woche aber zunächst nicht mehr vorkommen. Ab dem 12. Februar seien auch wieder Höchstwerte über dem Gefrierpunkt zu erwarten, sagte Endrulat. Derzeit liege aber noch immer ein Hochdruckgebiet über Osteuropa 'wie ein Stein im Wasser' und verhindere so, dass wärmere Luft nach Deutschland kommt.

dapd