Schon mit dieser ersten Installation wird deutlich, dass die Menschenrechte in der Arbeit der tschechischen Künstlerin eine große Rolle spielen. Ihre Großinstallation «Landscape of Transformation» ist ab Samstag (17. Juli) bis 10. Oktober in der Mannheimer Kunsthalle zu sehen.
Die multimediale Installation auf 800 Quadratmetern entwickelte Jetelová exklusiv für die Mannheimer Kunsthalle. «Natürlich hat mich als Tschechin auch die Menschenrechtsbewegung meines Landes geprägt», sagt sie. Als «politische Künstlerin» sieht sie sich aber nicht. Im Gegenteil: «Damals zu Zeiten des Warschauer Paktes sprach man von politischen Künstlern, wenn Leute Stalin oder Lenin gemalt haben.» Dass sie sich in ihrer Arbeit mit den Menschenrechten und deren Bedrohung befasse, habe nichts mit politischen Ambitionen zu tun: «Ich habe einfach nur etwas thematisiert, was uns jeden Tag berichtet wird.»
In mehreren Räumen thematisierte die Künstlerin durch Sound-Collagen, vibrierende Spiegel und spezielle Beleuchtungen die Wahrung, aber auch die Verletzung von Menschenrechten. «Das Ganze ist kein einfacher Parcours», sagt Jetelová. Die Installation wendet sich dagegen, die täglichen Meldungen über Menschenrechtsverletzungen als mediales Hintergrundrauschen ohne Bezug zum eigenen Leben wahrzunehmen. Der Betrachter sei Teil der Installation, sagt die Künstlerin. «Erst der Ausstellungsbesucher, in seiner Doppelrolle als Zuschauer und Akteur, verhilft dem Werk zu voller Existenz», erläutert Kurator Thomas Köllhofer.
Bislang war Jetelová vor allem durch ihre großen Holzskulpturen von Tischen, Stühlen oder Treppen bekannt. In den vergangenen Jahren wandte sie sich auch verstärkt dem Beton als Werkstoff zu. 2004 trat sie eine Stelle als Professorin für Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München an.
Jetelová arbeitet nicht mit konventionellen bildhaften Darstellungen, sondern schafft abstrakte, multimediale Bildräume, in denen sie über Sprache und Schrift mit dem Besucher kommunizieren will. In einem Raum in Mannheim sind Tonaufnahmen zu hören, in denen Schüler die Artikel der Grundrechtecharta zitieren. Ein weiterer Raum ist bis unter die Decke mit dynamischen Spiegeln ausgekleidet, die vibrieren und auf verstörende Weise die Selbst- und Raumwahrnehmung des Betrachters verzerren. «Der Boden wird uns unter den Füßen weggezogen, so scheint es zumindest», sagt Köllhofer.
ddp






























