Protestler planen Menschenkette
: Mit einer Menschenkette und einem Friedensgebet soll sich der Protest gegen die über 6500 erwarteten Rechtsextremen am Samstag wenden. Es wird zudem zum größten Polizeieinsatz des Jahres werden.
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ddp-lsc schreibt dazu:

Dresden protestiert gegen Neonaziaufmarsch am 13. Februar
Mit einer Menschenkette wollen die Dresdner am 13. Februar - dem 65. Jahrestag der Zerstörung ihrer Stadt im Zweiten Weltkrieg - gegen einen geplanten Aufmarsch tausender Rechtsextremer protestieren.

Wie Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) am Mittwoch in Dresden sagte, soll die 1,5 Kilometer lange Kette um die historische Altstadt ein «positives Zeichen für Versöhnung und Toleranz» sein und die Stärke der Stadt zeigen. In Dresden werden an diesem Tag mehr als 6500 Rechtsextremisten, darunter mehrere hundert gewaltbereite Neonazis, erwartet.

Orosz sagte, Dresden werde sich seine Erinnerungskultur von niemandem nehmen lassen. Alle demokratischen Kräfte müssten sich gegen den Missbrauch der Geschichte stellen, erklärte die Oberbürgermeisterin. Dresdens Polizeipräsident Dieter Hanitsch sprach am Mittwoch vom «größten Polizeieinsatz des Jahres», der am 13. Februar bevorstehe. Seit dem 5. Januar plane ein Vorbereitungsstab der Dresdner Polizei die Einsatzmaßnahmen, 15 Beamte koordinierten die umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen.

Der Vorsitzende des Vereins Bürger.Courage, Christian Demuth, sagte am Mittwoch: «Wir unterstützen Frau Orosz ausdrücklich dabei, auf diese Weise ein Zeichen für Demokratie und gegen den geplanten Naziaufmarsch zu setzen.» Nach den Auseinandersetzungen der vergangenen Jahre hätten sich erstmals alle demokratischen Kräfte auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können. Der Verein appellierte an alle Dresdner, an der Menschenkette oder an einer der anderen Aktionen gegen den rechtsextremen Aufmarsch teilzunehmen.

Dennoch werde eine Menschenkette die größte Demonstration von Neonazis in ganz Europa nicht verhindern können, befürchtete Demuth. «Das muss aber weiterhin oberstes Ziel bleiben. Sonst wird Dresden diesen unsäglichen Aufmarsch auch in den nächsten Jahren zu ertragen haben», sagte er.

Einen «Aufruf zum Friedensgebet für alle Menschen guten Willens» haben bis zum Mittwoch zahlreiche Prominente unterschrieben, darunter Bundestagsvizepäsident Wolfgang Thierse (SPD) und die Intendantin des Rundfunks Berlin Brandenburg (rbb), Dagmar Reim. «Wir halten öffentlich sicht- und hörbaren Widerstand gegen extrem rechte Dominanzbestrebungen und Aufmärsche für unverzichtbar, um deutlich zu machen, dass diese gesellschaftlich zu ächten sind», heißt es in dem Aufruf, der dem Berliner «Tagesspiegel» vorliegt. Unterzeichnet wurde er unter anderem auch von Salomon Almekias-Siegl, dem Landesrabbiner Sachsens, Jochen Bohl, dem Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, Friedbert Fröhlich, dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen im Freistaat Sachsen sowie Joachim Reinelt, dem Bischof des Bistums Dresden-Meißen.

Das geplante Friedensgebet solle von verschiedenen Stationen in Dresden zu der geplanten Menschenkette hinführen, berichtet das Blatt. «Wir halten es für absolut notwendig, dass die Zivilgesellschaft ihren Protest in Hör- und Sichtweite des Neonazi-Aufmarschs kundtut», sagte eine Sprecherin von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste. Am Vorabend des 13. Februar solle in Dresden auch die Gründungsveranstaltung der «Bundesarbeitsgemeinschaft Kirchen für Demokratie - gegen Rechtsextremismus» stattfinden.

Auch mit weiteren Veranstaltungen wird nach Angaben Orosz´ an den 65. Jahrestag der Zerstörung Dresdens durch alliierte Bombenangriffe gedacht. Auf dem Heidefriedhof soll am 13. Februar ein Kranz niedergelegt werden. Am Nachmittag sei ein stilles Gedenken vor der Frauenkirche und zum Abend ein Konzert im Gedenken an die Zerstörung Dresdens geplant.

Bei den Bombenangriffen am 13. und 14. Februar 1945 waren einer von der Stadt eingesetzten Historikerkommission zufolge bis zu 25 000 Menschen ums Leben gekommen.

Dresden (ddp-lsc)