Dresden (dapd-lsc).
Die Männer sollen bundesweit Geldautomaten manipuliert und Geheimzahlen ausgespäht haben. Mit Karten-Kopien wurden dann nach bisherigen Erkenntnissen von weiteren Bandenmitgliedern Konten geplündert und insgesamt rund 857.000 Euro erbeutet. Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich damit um einen der bundesweit größten Fälle dieser Art. Die Staatsanwaltschaft forderte bis zu sechseinhalb Jahre Haft, die Verteidiger plädierten auf deutlich mildere Strafen.
Das Trio war Anfang 2011 in einer Bankfiliale in Dresden auf frischer Tat ertappt worden. Die weitgehend geständigen Männer hatten nach Feststellungen des Gerichts Bankautomaten in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Berlin, Thüringen und Bayern mit technischen Geräten manipuliert, um die Daten von EC-Karten auszulesen und an die Geheimzahlen zu kommen.
Die Ermittlungen gegen die aus Bulgarien stammenden Angeklagten waren nach Hinweisen der dortigen Behörden in Gang gekommen. In Deutschland wurden Fahnder des Bundeskriminalamtes (BKA) auf die Männer angesetzt. Diese waren nach Angaben eines Beamten aber so vorsichtig, dass es ihnen immer wieder gelang, die Verfolger abzuschütteln. Dazu soll das Trio Autos gezielt nach Wanzen abgesucht und Störsender genutzt haben.
Der Vorsitzende Richter Joachim Kubista warf den Angeklagten eine 'hohe kriminelle Energie' vor. Strafmildernd wertete das Gericht die Geständnisse. Die Verteidiger hatten deutlich niedrigere Strafen beziehungsweise Freispruch gefordert. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.
Der Staatsanwalt sagte, man habe es in dem Fall mit klassischer organisierter Kriminalität zu tun. Die auf das sogenannte Skimming spezialisierten Banden stammten meist aus Rumänien und Bulgarien. Sie gingen arbeitsteilig vor und verfügten über ein weltweites Netz an Mittätern. Wie eine Sachverständige von Euro Kartensysteme, einer Gesellschaft der deutschen Kreditwirtschaft, im Prozess angab, wurden 2011 bundesweit rund 1.500 solche Fälle gezählt, nachdem es 2010 noch 3.100 waren. Gleichzeitig hätten jedoch die Angriffe auf Banken in Österreich, Frankreich oder Skandinavien deutlich zugenommen. Den betroffenen Bankkunden entstand nach den Angaben kein finanzieller Schaden, da die Banken gegen diese Form des Betrugs versichert seien.
dapd


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