Leipzig (ddp-lsc). In Sachsen ist die Zahl antisemitischer Straftaten im vergangenen Jahr sprunghaft gestiegen. Registrierten die Ermittler 2007 sachsenweit noch 69 Delikte dieser Art, so waren es 2008 bereits 102, wie die «Leipziger Volkszeitung» (Mittwochausgabe) unter Berufung auf Angaben von Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) berichtet. Der Anstieg entspreche einer Zunahme um 47,8 Prozent.
In allen Fällen wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet, zum Teil gegen unbekannt, 41 mal gegen konkrete Personen, schreibt Buttolo in einer Antwort auf eine kleine Anfrage aus dem Landtag. Insgesamt wurden zwölf Personen wegen antisemitischer Delikte verurteilt. Die Straftaten reichten von Sachbeschädigung über Beleidigung bis Volksverhetzung.
In einem Fall hatte ein Mann im April am Stausee Wallroda zwei Polizisten als «Judenschweine» bezeichnet und das mit «Sieg Heil»-Rufen und dem Hitlergruß unterlegt. In einem anderen Fall hatte ein Chemnitzer nicht nur antisemitische Parolen gebrüllt, sondern war auch wegen gefährlicher Körperverletzung und Waffenbesitzes aufgefallen.
Schwerpunkt 2008 war Dresden mit 33 Fällen, gefolgt von Leipzig mit 20, heißt es weiter. Damit habe sich die Zahl der Delikte in beiden Städten im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt. 2007 gab es in Dresden noch 17 und in Leipzig zwölf Straftaten mit antisemitischem Hintergrund.
ddp/tmo/muc

Forum
Facebook
Twitter






















