Breege (dapd-lmv). Der geplante Bau eines weiteren Ferienparks mit angeschlossenem slawischen Museumsdorf bei Breege stößt auf der Insel Rügen auf zunehmende Kritik. Das von der privaten Investorengruppe Meerprojekt GmbH beantragte 21-Millionen-Euro-Projekt solle bereits ab Frühjahr im Außenbereich des Ortes am Breeger Bodden errichtet werden, wie der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) am Mittwoch mitteilte. Die Gemeindevertreter von Breege wollen am Donnerstag (18.00 Uhr) über den Bebauungsplan entscheiden.
Gegen die Errichtung von insgesamt 75 Ferienhäusern auf der grünen Wiese hatten am Dienstagabend etwa 60 Kritiker auf einer Einwohnerversammlung in Lobkevitz protestiert. Das vermutlich nicht rentabel zu betreibende Museumsdorf sei offenbar nur ein Vorwand zur Legitimierung eines weiteren Ferienparks auf Rügen, sagte der Betreiber der kleinen Nachbarferienanlage Süderhof, Detlef Schulz. Die Gemeinde habe die Einwohner nur unzureichend informiert und verweigere jede Information. Auch auf die inzwischen mehr als 250 Unterschriften gegen das Projekt habe der Bürgermeister nicht reagiert.
BUND-Mitarbeiter Arndt Müller kündigte inzwischen rechtliche Schritte gegen das Land an, sollte das Vorhaben auf der Halbinsel Wittow wie geplant umgesetzt werden. Unter anderem sei zu prüfen, wieso das frühere Bauministerium schon im November 2006 die Investoren von dem in solchen Fällen üblichen Raumordnungsverfahren freigestellt habe. Müller verwies darauf, dass die Anlage auf einem 14 Hektar großen Feld entstehen soll, das als Rückzugsgebiet für Graugänse und Kraniche gilt. Zudem müssten auf der Zufahrt 26 Alleebäume gefällt werden.
Die Gemeindeverwaltung verweigert Medien gegenüber seit Wochen Auskünfte über das Museums- und Urlaubsprojekt, in dem nach Investorenangaben jährlich bis zu 150.000 Besucher erwartet werden. Stattdessen nahmen die Investoren einen ortsansässigen und journalistisch tätigen Historiker unter Vertrag, der in ihrem Auftrag öffentlich für das Projekt wirbt.
Gegen das Vorhaben sprachen sich inzwischen auch der frühere Landkreis Rügen, der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern und der Tourismusverband Rügen aus. Angesichts weiterer touristischer Großvorhaben zum Beispiel in Prora, Sassnitz-Dwasieden, auf dem Bug und bei Alt Reddevitz auf der Halbinsel Mönchgut befürchten Umweltschützer eine zunehmende Zersiedelung und Flächenversiegelung.
dapd


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