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Managervergütung - ROUNDUP/Umfrage: Noch nicht alle Dax-Firmen mit neuen Managerregeln

17.11.09 | 06:51 Uhr

Die neuen Vorschriften zur Managervergütung sollen kurzfristiges Renditedenken und Boni-Exzesse eindämmen, gelten sie doch als Hauptursache der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Dax-Konzerne sind bei der Umsetzung des Mitte Juni vom Bundestag verabschiedeten "Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung" nach einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur allerdings unterschiedlich weit. Einige haben ihr Vergütungssystem bereits überarbeitet, andere verweisen noch auf Beratungen des Aufsichtsrats. Eine weitere Gruppe hält größere Änderungen nicht für notwendig, da die bisherigen Regelungen dem Anliegen bereits weitgehend entsprächen. Mehrere Unternehmen wollten sich nicht äußern.

Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass sich die Manager-Gehälter stärker am langfristigen Erfolg des Unternehmens orientieren müssen. Es gilt ab 1. Januar 2010 für neu berufene Vorstände. Beim weltgrößten Chemiekonzern BASF greift mit Beginn des neuen Jahres eine Regelung, wonach die Vorstände mindestens zehn Prozent ihrer Erfolgsbeteiligung in Aktien investieren müssen, die für vier Jahre festliegen. Um nach den Worten von Aufsichtsratschef Eggert Voscherau keine "Zweiklassengesellschaft" zu schaffen, soll dies für alle Vorstände und nicht nur für Neueinstellungen gelten. An den Fix- Gehältern, die etwa ein Drittel der Gesamtbezüge ausmachen, ändert sich nichts.

EINIGE UNTERNEHMEN ARBEITEN DERZEIT AN DEN ÄNDERUNGEN

Auch der Handelsriese Metro hat sein System der variablen Vergütung überarbeitet. So sei vorgesehen, dass der Vorstand und die Führungskräfte aus eigenen Mitteln in Aktien des Unternehmens investieren und diese über mehrere Jahre halten. Für den Vorstand beträgt der über einen Zeitraum von drei Jahren zu investierende Betrag in etwa ein Netto-Jahresgrundgehalt.

Die Telekom gehört zu den Unternehmen, die noch an veränderten Regelungen arbeiten. Derzeit werde geprüft, die Vorschläge müssten vom Aufsichtsrat abgesegnet werden. Bei Adidas hieß es: "Vor dem Hintergrund des Inkrafttretens des neuen Gesetzes überprüft der Aufsichtsrat die Vergütung unseres Vorstands." Auf den Aufsichtsrat verweisen auch VW oder RWE .

Beim weltgrößten Rückversicherer Munich Re sind Anpassungen der Vergütungsregeln für den Vorstand in Vorbereitung. Die Gremien hätten aber noch nicht entschieden, daher könnten noch keine Details genannt werden. Auch die bisherigen Regelungen seien aber stark auf Nachhaltigkeit ausgerichtet gewesen. So basierten schon jetzt 40 Prozent der Gesamtvergütung des Munich-Re-Vorstands auf der Erreichung langfristiger Ziele, hieß es.

BAYER UND LINDE SEHEN SICH SCHON SEIT LÄNGEREM GUT AUFGESTELLT

Gelassen sieht man die Umsetzung bei Daimler . Etwa die Hälfte der Vergütung sei ohnehin bereits an die langfristige Entwicklung des Unternehmens gekoppelt. Für 2008 hatten die sechs Vorstände des Autobauers wegen eines drastischen Gewinneinbruchs mit insgesamt 16,6 Millionen Euro nur etwa halb so viel bekommen wie 2007.

Bei Bayer hieß es, der Konzern habe bereits seit langem ein System, in dem die Höhe der Managementvergütung im Einklang mit dem Unternehmenserfolg und der Entgeltentwicklung der übrigen Beschäftigten steht. Fixe Bezüge, kurz- und langfristige Anreize stünden in einem ausgewogenen Verhältnis. Auch der Industriegase- Spezialist Linde sieht sein Vorstandsvergütungssystem bereits seit längerer Zeit stark am langfristigen Unternehmenserfolg ausgerichtet. "Das gilt sowohl für unser Aktienoptionsprogramm als auch für die variable Vergütung."

Einige Dax-Konzerne wollten sich zum Thema nicht äußern.

HAMBURG (dpa-AFX)

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http://www.ad-hoc-news.de/managerverguetung-roundup-umfrage-noch-nicht-alle--/de/Unternehmensnachrichten/20712662

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