DJ Lufthansa befürchtet durch Emissionshandel Schäden für Branche - WamS BERLIN (Dow Jones) Lufthansa-Konzernchef Christoph Franz hat vor dem Beginn des UN-Klimaschutzgipfels am Montag im südafrikanischen Durban vor einer Eskalation im Streit um die Einbeziehung der Airlines in den europäischen Emissionshandel ETS gewarnt. Dieser soll nach dem Willen der EU-Kommission Anfang 2012 starten. Der Lufthansa-Chef rechnet mit schwerwiegenden wirtschaftliche Schäden für die gesamte europäische Airline-Industrie, falls die EU-Kommission unbeirrt an ihrem Zeitplan festhält, wie der Manager der "Welt am Sonntag" (WamS) sagte. Franz glaubt aber nicht mehr an eine Verschiebung des Emissionshandels. "Und das wird so oder so Folgen für die ganze Branche haben", sagte der Manager. Entweder werde es ab 2012 zu "schweren Wettbewerbsverzerrungen" auf internationalen Strecken kommen, falls die EU doch noch Ausnahmen für Airlines aus China, USA oder Russland zulasse. Oder es komme zu einem regelrechten Handelskrieg. Und die Gegenmaßnahmen werden laut Franz "aller Erfahrung nach die europäischen Airlines sehr stark treffen". Mehr als 40 Staaten, darunter China, Japan, Indien, Brasilien und Russland, haben sich zusammengetan, um die regional begrenzte Einführung von ETS in Europa noch zu kippen. Einige drohen offen damit, als Gegenmaßnahme den EU-Airlines Lande- und Überflugrechte zu entziehen oder die Gebühren drastisch zu erhöhen. Gleichzeitig kritisierte Franz erneut die Bundesregierung für die Beibehaltung der seit Anfang des Jahres erhobenen Luftverkehrsabgabe. Diese war ursprünglich nur als Übergangslösung bis zur Einführung von ETS gedacht und kann nach Angaben der Airlines wegen des starken Wettbewerbs nur zu einem geringen Teil über den Preis an die Kunden weitergereicht werden. Der Lufthansa-Chef sagte, er könne durchaus verstehen, dass der Staat Geld brauche, "aber dann sollte das Geld technisch so eingesammelt werden, dass nicht als Kollateralschaden eine ganze Branche ins Abseits geschoben wird." DJG/jhe (END) Dow Jones Newswires November 27, 2011 07:50 ET (12:50 GMT) Copyright (c) 2011 Dow Jones & Company, Inc.
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