Linksfraktion bekommt erst 2011 wieder eine Doppelspitze: Gregor Gysi muss sich die Führung der Linksfraktion im Bundestag ab Herbst 2011 mit einer Frau aus dem Westen teilen. Das beschlossen die Abgeordneten der Linken am Mittwochabend mehrheitlich auf einer Sondersitzung, wie Fraktionssprecher Hendrik Thalheim der Nachrichtenagentur ddp sagte. Wer die Ko-Vorsitzende wird, bleibt damit bis auf Weiteres offen. Bis zur Bundestagswahl Ende September hatte Gysi die Fraktion zusammen mit Oskar Lafontaine geführt. Im Oktober zog sich Lafontaine aber vom Vorsitz zurück und gab auch sein Bundestagsmandat ab.
Vergrößern Linksfraktion bekommt erst 2011 wieder eine Doppelspitze | Bild: © ad-hoc-news

Die Entscheidung für eine Ost/West- und geschlechterquotierte Doppelspitze fiel in der Fraktion dem Sprecher zufolge mit sehr breiter Mehrheit. Das zweite Votum, dass Gysi bis zur nächsten turnusmäßigen Vorstandswahl im Herbst 2011 den alleinigen Vorsitz behält, sei knapper ausgefallen. Gysi hatte in den vergangenen Monaten mehrfach zu erkennen gegeben, dass er eine Neubesetzung des vakanten Ko-Vorsitzenden-Postens nicht für nötig hält. Auf Druck des Frauenplenums der Fraktion hatte er aber eingewilligt und sich für eine Doppelspitze mit einer Frau aus dem Westen ausgesprochen. 39 der 76 Linke-Abgeordneten sind Frauen.

Noch vor der Sommerpause will die Linksfraktion über eine mögliche Umstrukturierung der bislang sieben Fraktionsvize-Posten entscheiden. Hintergrund ist, dass mit dem Parteitag am vergangenen Wochenende gleich drei Vizechefs der Fraktion in die Parteiführung aufgerückt sind: das neue Vorsitzenden-Duo Gesine Lötzsch und Klaus Ernst sowie der neue Bundesgeschäftsführer Werner Dreibus. Eine allzu hohe Konzentration von Amt und Mandat ist jedoch innerparteilich nicht erwünscht.

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