Linken Demonstranten wird Aufzug in der Mönckebergstraße untersagt: Eine für Samstag (28.01.) geplante Demonstration linker Gruppen darf nicht durch die Hamburger Mönckebergstraße ziehen. 'In den vorbereitenden Gesprächen lehnte die Polizei die angemeldete Demonstrationsroute durch die Innenstadt ab', teilte das Organisationsbündnis der Demonstration am Donnerstag in Hamburg mit.
Vergrößern Linken Demonstranten wird Aufzug in der Mönckebergstraße untersagt | Bild: © dapd

Hamburg (dapd-nrd). Ein Sprecher der Organisatoren warf der Polizei vor, damit ein faktisches Demonstrationsverbot für linke Aufzüge in der Hamburger Innenstadt zu etablieren.

Da das Bündnis nicht über genügend finanzielle Mittel verfüge, wolle man nicht gegen die Entscheidung vor Gericht ziehen, hieß es in der Mitteilung weiter. Der Aufzug soll nun vom Hauptbahnhof aus durch den Stadtteil St. Georg und anschließend über den Jungfernstieg zum Dammtor führen.

Zu der Demonstration, die den Opfern der Terrorzelle NSU gedenken will und sich gegen rechte Gewalt richtet, hat ein Bündnis unterschiedlicher linker Gruppen aufgerufen. Die Veranstalter erwarten etwa 800 Teilnehmer.

Ein Polizeisprecher bestätigte auf dapd-Anfrage die Verlegung der Marschroute. 'Es wurden Kooordinationsgespräche geführt und sich auf eine Route geeinigt', sagte der Sprecher. Darstellungen der Veranstalter, dass die Polizei Gründe für die Routenverlegung konstruiere, kommentierte der Sprecher nicht.

'Die Polizei hat das Demo-Verbot auf der Mönckebergstraße mit einer aktuellen Gefahrenanalyse begründet', sagte Organisationsprecher Michael Runde auf dapd-Anfrage. Die Sicherheitsbehörden hätten vor allem die Befürchtung, dass es aus der Demonstration heraus auf der bekannten Hamburger Einkaufsstraße zu Böllerwürfen und anderen Ausschreitungen kommen werde. 'Wir sind an einer Eskalation in keiner Weise interessiert', betonte Runde.

Der Sprecher unterstrich die Absicht über den Jungfernstieg an der Binnenalster zu ziehen. Eine Ableitung des Aufzuges über die nördlich des Gewässers gelegene Kennedy-Brücke werde man nicht akzeptieren, sagte Runde weiter.

dapd