Linke nimmt Ex-WASG-Spitzenkandidatin Redler auf: Die ehemalige Spitzenkandidatin der Berliner Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG), Lucy Redler, ist in die Partei Die Linke aufgenommen worden. Redler sagte am Mittwoch, sie freue sich, Mitglied der Linken zu sein.
Vergrößern Linke nimmt Ex-WASG-Spitzenkandidatin Redler auf | Bild: © ddp

Sie werde sich dafür einzusetzen, dass sich die Partei mit aller Kraft an den Mobilisierungen gegen das Sparpaket der Bundesregierung, die Rente mit 67 und die Gesundheitsreform beteiligt. Ebenfalls aufgenommen in den Bezirksverband Berlin-Neukölln wurden laut Redler Sascha Stanicic und Holger Dröge.

Nach früheren Einsprüchen gegen ihre Mitgliedschaft werten die drei Mitglieder der Sozialistischen Alternative (SAV) ihre Aufnahme als Erfolg. Es sei letztendlich nicht gelungen, 'kritische Marxisten' aus der Partei auszugrenzen. Redler, Stanicic und Dröge wollen den Flügel in der Partei stärken, der sich gegen Regierungsbeteiligungen mit SPD und Grünen wendet.

Die bekennende Sozialistin Redler war die schärfste Kritikerin der Fusion von WASG und Linkspartei, die in Berlin auf Landesebene Ende Juni 2007 vollzogen wurde. Die Wahlalternative trat bei der Abgeordnetenhauswahl im Herbst 2006 gegen den Willen ihres Bundesvorstands in Konkurrenz zur Linkspartei an. Der Streit eskalierte damals so weit, dass der Bundesvorstand die Landesspitze vor der Wahl absetzen ließ. Das Berliner Landgericht hob die Entscheidung jedoch wieder auf. Die Bundes- sowie die Landesschiedskommission der Linken in Berlin hatten 2009 die Aufnahme der ehemaligen WASG-Spitzenkandidatin noch abgelehnt.

Der Sprecher des Berliner Landesverbands der Linken, Thomas Barthel, sagte auf ddp-Anfrage, die SAV habe mittlerweile entschieden, nicht mehr bei Wahlen gegen die Linke anzutreten. Damit lägen keine Gründe mehr vor, die einen Widerspruch gegen eine Aufnahme Redlers rechtfertigen würden. Auch nehme die Linke 'mit Befriedigung' zur Kenntnis, dass sie sich dafür entscheiden habe, 'mit der Linken zu kämpfen und nicht gegen sie'.

ddp