Lieberknecht setzt Hoffnungen in den Papstbesuch: Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) hofft, dass die Politik den anstehenden Papstbesuch auch zum Innehalten nutzen wird. 'Wie viele Debatten werden fruchtlos geführt, ohne dass Gehalt oder substanzieller Inhalt dahinter steht', sagte sie am Montag in Erfurt.
Vergrößern Lieberknecht setzt Hoffnungen in den Papstbesuch | Bild: © dapd

Erfurt (dapd-lth). Etliche Fragen würden öffentlich diskutiert, gleichwohl dies auch mit Besonnenheit und Ruhe hinter den Kulissen getan werden könnte.

Der Besuch biete die Chance, über die Wahrhaftigkeit eigenen Tuns nachzudenken, sagte sie weiter. Die Politik müsse sich wieder bewusstmachen, dass 'auch von unserem Handeln Orientierung erwartet wird'. Dazu gehöre auch, auf Probleme und Risiken hinzuweisen.

Zugleich erinnerte sie alle Thüringer daran, dass der Besuch des katholischen Kirchenoberhaupts 'eine wundervolle Gelegenheit' sei aufeinander zuzugehen. Er sei eine Chance für alle, sich mit christlichen Fragen - etwa der Nächstenliebe - zu befassen.

Mit seinem Besuch im Eichsfeld würdige Benedikt XVI. ferner all jene, die durch 'Oppositionsarbeit und 1989 während der friedlichen Revolution ein unmenschliches, ein unchristliches System zur Aufgabe gezwungen haben'. Die Visite ist darüber hinaus auch eine Anerkennung für die Aufbauleistung in Ostdeutschland. Insgesamt sei der Besuch für die Landesregierung ein Privileg.

Mit Blick auf den Besuch des Papstes in Thüringen und dem Treffen mit Vertretern der evangelischen Kirche im Augustinerkloster sprach sie erneut von einer großen Begegnung. Dass der Papst zudem an der Stelle bete, an der Luther vor 500 Jahren seine erste Messe gelesen hat, sei ein historischer Moment für die Christen weltweit. Im Vier-Augen-Gespräch mit dem Papst wolle sie sich für den Besuch bedanken und daran erinnern, wie wichtig eine Orientierung für die Menschen sei.

Der Erfurter Bischof Joachim Wanke verwies darauf, dass in den kommenden Tagen in Vorbereitung auf den Papst-Besuch im Freistaat ein 'pastoraler Prozess' mit zahlreichen Veranstaltungen beginnen werde. Unter anderem sei am Freitag in Heiligenstadt ein Jugend-Glaubens-Fest geplant. Zudem gebe es am Samstag Aktionen in Eisenach, Suhl, Nordhausen und Leinefeld.

In Erfurt und Jena wird den Angaben zufolge der Disput zwischen dem damaligen Präfekten der Glaubenskongregation, Joseph Kardinal Ratzinger - dem heutigen Papst Benedikt XVI. - und dem italienischen Philosophen aus dem Jahr 2000 als szenisches Theaterstück aufgeführt. In dem Gespräch geht es um das Verhältnis von Vernunft und Glaube.

dapd