Leuchtfeuer - Leuchtturm-Check auf der Greifswalder Oie: Das Leuchtfeuer auf der Ostseeinsel bekommt eine neue Hochleistungslampe Etwa 13 Jahre nach seiner Modernisierung wird der Leuchtturm auf der Greifswalder Oie derzeit einem umfassenden Funktions-Check unterzogen. Zusammen mit Spezialisten einer Elektronikfirma überprüfen Mitarbeiter des Wasser- und Schifffahrtamts Stralsund Funktions- und Leistungsfähigkeit des lichtstärksten Leuchtfeuers an Mecklenburg-Vorpommerns Küste.
Vergrößern Leuchtfeuer - Leuchtturm-Check auf der Greifswalder Oie | Bild: ©

Der Leuchtturm war 1855 in Betrieb genommen worden.

Nach Angaben von Kommunikationselektroniker Tino Chust wird unter anderem die 2000-Watt-Halogenmetalldampflampe des Leuchtfeuers ausgewechselt. Die «Spezialbirne» sei mehr als 50 Zentimeter lang und koste mehrere hundert Euro. Vergleichbare Lichtquellen sind unter anderem im Berliner Olympiastadion installiert.

Die 48 Meter über dem Meeresspiegel installierte Hochleistungslampe wirft im Abstand von 3,8 Sekunden einen Lichtstrahl hinaus aufs Meer, der noch in 48 Kilometern Entfernung zu sehen ist. Im Turm sind zwei Lampen installiert, so dass bei Ausfall einer Lichtquelle automatisch die zweite zugeschaltet werden kann.

«In der Regel werden die ausnahmslos automatisch betriebenen Leuchttürme an der Ostseeküste zwei Mal im Jahr durch ein Wartungsteam überprüft», sagte Chust. Die Anlagen funktionierten trotz ihres teilweise hohen Alters noch immer einwandfrei. So laufe auf der Oie das regelmäßig im Frühjahr zu wartende Hauptlager, das die sogenannte Vierseiten-Scheinwerferoptik drehe, seit dem Jahr 1914 noch immer wie geschmiert.

Zur Wartung müssen unter anderem die Prismen des 39 Meter hohen Leuchtturms gereinigt und seine beiden Hilfsdiesel gewartet werden. Repariert wird zudem die Außenbeleuchtung des Turms. Er wird nachts und bei Nebel von Scheinwerfern angestrahlt, um Kollisionen von Seevögeln mit dem Bauwerk zu verhindern.

Der unter Denkmalschutz stehende achteckige Bau ist Deutschlands östlichster größerer Leuchtturm. Er besitzt als einziger Leuchtturm an der Ostsee ein linksdrehendes Licht. Nachdem 1978 der automatische Betrieb und die Fernüberwachung aufgenommen wurden, verließ zwei Jahre später der letzte Leuchtturmwärter Heinz Mai die vor dem Greifswalder Bodden befindliche Ostseeinsel. Mitte der 1990er Jahre wurde der Leuchtturm für rund 2,6 Millionen Mark instand gesetzt. Seit zwei Jahren ist er auch für Besucher zugänglich.

Das erste Leuchtfeuer war bereits 1832 auf der Oie installiert worden. Bei der auf einem Erdhügel errichteten Bake handelte es sich um ein eisernes Gerüst, an dem zwei übereinander angebrachte Laternen hingen. In dunklen Nächten war das von einem Leuchtturmwärter gezündete Licht bis in eine Entfernung von 1,5 Seemeilen (2,8 Kilometer) zu sehen.

Greifswalder Oie (ddp-nrd)