München (ddp). Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach begrüßt den Vorschlag des bayerischen Gesundheitsministers Markus Söder (CSU), das System der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) abzuschaffen. «Ich halte den Vorstoß für völlig richtig», sagte Lauterbach der «Süddeutschen Zeitung» (Freitagausgabe) laut Vorabbericht. Er entspreche der Position, die er seit Jahren vertrete.
Söder hatte vorgeschlagen, das System der Kassenärztlichen Vereinigungen weitgehend aufzulösen und die Zwangsmitgliedschaft der niedergelassenen Ärzte zu beenden. Die Kassenärztliche Vereinigung ist einerseits die Interessenvertretung der Ärzte und handelt deren Honorare mit der Gesetzlichen Krankenversicherung aus. Andererseits muss sie die Vorgaben der Politik umsetzen.
Lauterbach sagte, an die Stelle des bisherigen Systems solle eine Gebührenordnung treten, die für Kassenpatienten und Privatversicherte gelte. «Damit würde es für den gleichen Krebsfall immer genau das gleiche Honorar geben», sagte er. Der Arzt könne seine Rechnungen direkt an die Krankenkasse seines Patienten schicken, statt wie bislang den Umweg über die Kassenärztliche Vereinigung zu nehmen. «Das würde eine deutliche Entbürokratisierung und mehr Gerechtigkeit bringen», sagte Lauterbach. So erhalte der freiwillig gesetzlich Versicherte endlich genau die gleiche Behandlung wie ein Privatpatient.
ddp/roy

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