Landkreis Mittelsachsen klagt wegen verlustreicher Finanzspekulation: Der Landkreis Mittelsachsen zieht wegen der Vermittlung hochriskanter Zinsgeschäfte als erste sächsische Kommune gegen eine deutsche Großbank vor Gericht. Anfang Februar soll vor dem Stuttgarter Landgericht ein Prozess gegen die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) beginnen, wie ein Landratsamt-Sprecher am Montag in Freiberg sagte.
Vergrößern Landkreis Mittelsachsen klagt wegen verlustreicher Finanzspekulation | Bild: © dapd

Dresden (dapd-lsc). Er bestätigte damit einen Bericht der in Chemnitz erscheinenden 'Freien Presse'. Der Kreis wolle mit der Klage die Auflösung des Geschäfts erreichen, das einen Verlust von 400.000 Euro gebracht habe.

Der Landkreis hatte auf langfristig steigende Zinsen gesetzt. Doch statt der erhofften Spekulationsgewinne verursachte die Finanzkrise die Verluste. Mittelsachsens Landrat Volker Uhlig (CDU) sprach laut Zeitung von einem Musterprozess, der bis zum Ende ausgefochten werden solle. Empfohlen worden war das Geschäft demnach von der Landesbank Sachsen, die wegen ihrer drohenden Pleite von der LBBW übernommen worden war.

Laut Innenministerium verhandeln auch Flöha und Riesa mit Banken, um aus den riskanten Geschäften herauszukommen. Riesa beispielsweise soll Medienberichten zufolge inzwischen einen Verlust von 3,3 Millionen Euro eingefahren haben. Flöha vereinbarte laut 'Freie Presse' mit der LBBW für einen Kredit von 4,5 Millionen Euro mehrere riskante Zinsgeschäfte, für die Zahlungen in Millionenhöhe drohen.

Insgesamt haben laut Zeitung 40 sächsische Kommunen mehr als 200 derartige Geschäfte mit einem Gesamtvolumen von rund 500 Millionen Euro abgeschlossen.

dapd