Unna (ddp-nrw). Die ehemalige Landesstelle für Aussiedler, Zuwanderer und ausländische Flüchtlinge in Unna-Massen hat am Dienstag ihre Pforten geschlossen. «Heute ist der richtige Zeitpunkt, um Rückschau zu halten auf ein starkes Stück Landesgeschichte, das die Landesstelle Unna-Massen entscheidend mitgeprägt hat. Und es ist eine Erfolgsgeschichte», sagte Integrationsminister Armin Laschet (CDU) in Unna bei einer Feier anlässlich der Schließung.

Ab Mittwoch (1. Juli) hat das sogenannte Kompetenzzentrum für Integration seinen Sitz im sauerländischen Arnsberg. Die Aufnahmestelle in Unna schließt, weil immer weniger Zuwanderer nach Deutschland kommen.

«Seit 1951 kamen über 2,5 Millionen Menschen aus über 100 Ländern der Welt nach Unna-Massen. Hier erlebten die Menschen, die zu uns kamen, zuerst den Geist der Freiheit, des Rechtsstaates und der Demokratie, wonach sie sich lange gesehnt hatten. Hier wurden sie vertraut gemacht mit dem Leben in unserem Land», so Laschet.

Nach Angaben eines Sprechers der Bezirksregierung Arnsberg ist die Aufnahmestelle in Unna-Massen bereits leer gezogen. Die etwa 100 Beschäftigten der Landesstelle können nach Arnsberg wechseln oder erhalten Arbeitsplätze in anderen Bereichen der Landesverwaltung. Wie die Gebäude auf dem Areal der einstigen Landesstelle künftig genutzt werden sollen, ist noch nicht klar.

Seit 1951 war die Landesstelle erster Anlaufpunkt in NRW für Auswanderer. Zuvor war 1945 ein Durchgangslager in Siegen eröffnet worden, das dann nach Unna verlegt wurde. Die Liegenschaft wuchs bis Ende der 1980er Jahre auf rund 3600 Plätze, hinzu kamen vorübergehend Außenstellen mit über 9000 Plätzen, in denen Übersiedler aus der DDR aufgenommen wurden.

Die höchsten Durchlaufzahlen hatte die Einrichtung nach der Maueröffnung. 1989 kamen nach Angaben der zuständigen Bezirksregierung Arnsberg 145 586 Menschen in Unna-Massen an, ein Jahr später waren es 165 486. Seitdem waren die Zahlen immer weiter zurückgegangen. So wurden 2007 noch 1266 Aussiedler aus den ehemaligen Sowjetrepubliken sowie 294 jüdische Zuwanderer aufgenommen.

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