Dresden (ddp-lsc). Mit einer großen Kundgebung und einem Konzert auf dem Dresdner Theaterplatz vor der Semperoper hat das Bündnis «Geh Denken» ein Zeichen gegen den parallel stattfindenden Neonazi-Aufmarsch gesetzt. Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering sprach von einer guten Botschaft der Demonstration, «die braune Soße» dürfe in Deutschland «nie wieder eine Chance haben». Zugleich appellierte er an die Bürger, ihre Chance zu nutzen und die rechtsextreme NPD am 30. August aus dem Sächsischen Landtag zu wählen.
Linke-Bundestagsfraktionschef Gregor Gysi erinnerte daran, dass Deutschland der Aggressor gewesen sei und die USA und Großbritannien einen Verteidigungskrieg geführt hätten. «Den zunehmend unbelehrbaren und unverantwortlichen Neonazis müssen wir Paroli bieten.» Gysi betonte: «Die militante und aggressive NPD gehört endgültig verboten».
DGB-Chef Michael Sommer sagte, «auch wir gedenken der Opfer der Bombardierung und trauern um die Toten.» Doch diese Trauer dürfte nicht mit den Neonazis geteilt werden. Es dürfe nie vergessen werden, dass die Nationalsozialisten die Schuld an diesem Krieg gehabt hätten.
Grünen-Chefin Claudia Roth sprach auf der Kundgebung von einem «lauten Signal, dass in die ganze Welt gesendet werde». «Wir geben die Straßen und Plätze in Dresden nicht frei für Rechtsextremisten.» Holocaustleugner hätten in Dresden und im Sächsischen Landtag, in keinem Landtag, etwas zu suchen. Die Opfer des Krieges müssten vor der Vereinnahmung durch rechtsextreme Propaganda geschützt werden.
Nach Angaben der Veranstalter zählte die «Geh Denken»-Demonstration etwa 12 500 Teilnehmer. Die Polizei registrierte jedoch weniger Demonstranten. Wie die Polizei weiter mitteilte, wurden bei dem Neonazi-Aufmarsch etwa 6000 sowie bei der Demonstration eines Antifa-Bündnisses 3500 Teilnehmer gezählt.
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