Den Bloomberg-Informationen zufolge suchen die Briten jetzt auch mit den anderen Unternehmen, die an der Plattform beteiligt waren, eine schnelle Lösung. Hier musste BP zuletzt eine Schlappe hinnehmen. Ein US-Gericht entschied, dass das Schweizer Betreiberunternehmen der Ölplattform, Transocean, nur eine Teilschuld trifft. Der britische Konzern müsse für die Beseitigung der Verschmutzung und die damit verbundenen wirtschaftlichen Schäden aufkommen. Zuvor hatte sich BP unter anderem mit dem Ölfeldbetreiber Anadarko Petroleum auf Entschädigungszahlungen in Höhe von vier Milliarden Dollar geeinigt.
Wie hoch die tatsächliche Strafzahlung ausfällt, ist noch offen. In den USA sind hohe Forderungen zu Beginn von Schadensersatzprozessen gegen Unternehmen üblich. So sind die von der Regierung geforderten 4.300 Dollar je ausgeflossenen Barrel Öl die Obergrenze für den Fall, dass dem Unternehmen grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen wird. Normalerweise werden 1.100 Dollar berechnet. Dann läge die Strafe bei 4,5 Milliarden Dollar. Experten gehen davon aus, dass man sich in der Mitte treffen könnte und die Strafe für die Wasserverschmutzung bei rund 10 Milliarden Dollar liegen könnte. BP selbst wollte die Informationen über mögliche Vergleiche mit der Regierung oder andere Unternehmen nicht kommentieren.
Insgesamt könnten sich dann die Strafzahlungen damit auf rund 25 Milliarden Dollar. Zu den 10 Milliarden Dollar für die Wasserverschmutzung könnten weitere 10 Milliarden für kriminelles Handeln sowie 5 Milliarden Dollar für die Umweltzerstörung an Land kommen. BP selbst hatte für die möglichen Schäden einst bis zu 40 Milliarden Dollar zurückgestellt, konnte diese Summe aber zuletzt wegen der erzielten Einigung mit einigen Betreiberfirmen auf rund 37 Milliarden Dollar senken. Das Unternehmen hat sich inzwischen dank der üppigen Gewinne wieder gut von der Katastrophe erholt. Von einer Zerschlagung oder gar Pleite, über die kurz nach dem Unglück spekuliert wurde, ist heute keine Rede mehr.
Der Kurs der Aktie konnte zuletzt wieder deutlich zulegen und nähert sich wieder Marke von 500 Pence an. Damit ist BP an der Börse wieder knapp 93 Milliarden Pfund (rund 142 Mrd US-Dollar) wert. Im Jahr 2010 hatte sich der Marktwert des Unternehmens innerhalb weniger Wochen mehr als halbiert. Eine BP-Aktie kostete zeitweise nur noch knapp 300 Pence. Gestützt wird die jüngste Kurserholung von guten Zahlen für das Jahr 2011, die vor zwei Tagen vorgelegt wurden. Im vergangenen Jahr erzielte BP wie die meisten anderen Ölunternehmen einen Gewinn in zweistelliger Milliardenhöhe. Das Unternehmen kommt zudem beim geplanten Verkauf von einigen Sparten gut voran. Damit will BP bis 2013 rund 38 Milliarden erlösen und damit die Kosten für das Debakel um die Plattform "Deepwater Horizon" abdecken.


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