Kosovo - Stadt Göttingen gegen Abschiebung von Flüchtlingen ins Kosovo: Im Kosovo werden vor allem Sinti und Roma weiterhin bedroht Das Land Niedersachsen soll nach dem Willen der Stadt Göttingen keine Angehörigen von Minderheiten in das Kosovo abschieben. Gleichzeitig müsse die Landesregierung zusätzliche Integrationsmöglichkeiten für die betroffenen Bevölkerungsgruppen schaffen, heißt es in einer am Dienstag bekanntgemachten Resolution des Göttinger Stadtrates.
Vergrößern Kosovo - Stadt Göttingen gegen Abschiebung von Flüchtlingen ins Kosovo | Bild: ©

Zehn Jahre nach dem Ende des Balkan-Krieges würden vor allem Sinti und Roma im Kosovo weiterhin bedroht und hätten dort keine Lebensperspektive.

In der Stadt und im Landkreis Göttingen leben zurzeit rund 500 Flüchtlinge aus dem Kosovo. Viele Familien haben in den vergangenen Monaten von den Behörden Ausreise-Aufforderungen erhalten. Nach einem Abkommen zwischen Deutschland und dem Kosovo sollen die Flüchtlinge bis 2010 in ihre Heimat zurückkehren. In der Göttinger Resolution wird die Bundesregierung aufgefordert, das Rückführungsabkommen auszusetzen.

In Deutschland halten sich nach Angaben des Niedersächsischen Flüchtlingsrates derzeit noch etwa 30 000 Flüchtlinge aus dem Kosovo auf, etwa 5000 davon in Niedersachsen. Im Kosovo seien Roma vom Arbeitsmarkt faktisch ausgeschlossen, sagte der Geschäftsführer des Flüchtlingsrates, Kai Weber. Viele ihrer ehemaligen Häuser seien zerstört. Im Ergebnis lebten Roma oftmals in Slums und ernährten sich vom Betteln.

Göttingen (ddp-nrd)