An der Börse kam die Nachricht von der bevorstehenden Kapitalerhöhung nicht gut an. Die Aktie verlor bis zum Mittag 6,65 Prozent auf 16,42 Euro. "Das kommt sehr überraschend und bringt die Aktien entsprechend unter Druck, zumal das Volumen mit fast einem Viertel der aktuellen Marktkapitalisierung schon sehr hoch ist", sagte ein Händler. Der Börsenwert von KlöCo lag am Freitagvormittag bei gut 800 Millionen Euro.
ENTTÄUSCHUNG ÜBER VERWÄSSERUNG
Es gab aber auch positive Stimmen. "Mit der Kapitalbeschaffung reduziert KlöCo weiter die Abhängigkeit von den Banken und das ist positiv", sagte Bankhaus-Lampe-Analyst Marc Gabriel. Offenbar habe die große Kapitalerhöhung den Markt aber doch negativ überrascht, zumal sich der Stahlkonzern erst Anfang Juni rund 100 Millionen Euro über eine Wandelanleihe beschafft hatte. Aus seiner Sicht erscheint die zunächst scharfe Kursreaktion aber übertrieben. Der steigende Kapitalbedarf habe sich bereits abgezeichnet.
Die 20 Millionen neuen Aktien kosten pro Stück 10 Euro. Dabei sollen die Aktionäre für sieben alte drei neue Papiere erhalten. Die Bezugsrechte können vom 8. bis zum 21. September ausgeübt werden. Bis zum 17. September können die Rechte gehandelt werden. Marktbeobachter sprachen von einem deutlichen Verwässerungseffekt für die Anteilsscheine der Altaktionäre. Das Grundkapital der Gesellschaft soll durch die Kapitalerhöhung um 43 Prozent auf 166,25 Millionen Euro erhöht werden.
VERLUST IN DIESEM JAHR
Die Gewinnberechtigung gilt rückwirkend vom 1. Januar an. Allerdings hält der Vorstand trotz der aktuell leichten Erholung des Stahlmarktes einen Überschuss in diesem Jahr ohnehin nicht mehr für möglich. Dank höherer Preise und einer verbesserten Nachfrage soll die zweiten Jahreshälfte zwar besser laufen als die erste, den von Januar bis Juni angefallenen Nettoverlust von 175 Millionen Euro könne das Unternehmen aber nicht mehr ausgleichen, hieß es zuletzt. 2008 hatte der Konzern noch einen Überschuss von 384 Millionen Euro erwirtschaftet.
Die Stahlbranche leidet seit Ausbruch der Wirtschaftskrise unter herben Absatzeinbrüchen. KlöCo reagierte aber früher als andere Unternehmen. Schon im September 2008 begannen die Duisburger mit Kosteneinsparungen, dem Abbau von Schulden und der Sicherung der Finanzierung. Den zeitlichen Vorteil gegenüber anderen Unternehmen will das Unternehmen nun bei den neuerlich geplanten Zukäufen nutzen. Der Markt für den Stahlhandel gilt als extrem fragmentiert. Um eine aktive Rolle bei der Konsolidierung zu spielen, war KlöCo 2006 an die Börse gegangen.
DUISBURG (dpa-AFX)


























