Klirrende Kälte herrscht über Deutschland: Die seit einer Woche anhaltende Kältewelle hat Deutschland für diesen Winter neue Rekordtemperaturen beschert. Am kältesten war es im Osten des Landes. Im sächsischen Deutschneudorf seien in der Nacht zu Freitag minus 26,4 Grad gemessen worden, sagte die Meteorologin Dorothea Paetzold vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Freitag auf dapd-Anfrage in Offenbach.
Vergrößern Klirrende Kälte herrscht über Deutschland | Bild: © dapd

Berlin/Offenbach/Hamburg (dapd). Auch im Norden des Landes haben die Menschen mit den Folgen die frostigen Temperaturen zu kämpfen. Eisbrecher versuchen die Küsten und Häfen von der immer dichter werdenden Eisdecke frei zu halten.

In Deutschlands größtem Seehafen Hamburg nahmen erstmals in diesem Winter Eisbrecher ihre Arbeit aus. Seit Donnerstagabend seien vorerst fünf Schiffe der Hafenbehörde Hamburg Port Authority (HPA) im 24-Stunden-Dauereinsatz auf der Norder- und Süderelbe unterwegs, sagte eine Sprecherin der Hafenbehörde. Bislang sei die Lage jedoch ruhig. Trotz Eisschollen laufe der Schiffsverkehr ohne Beeinträchtigungen.

Wegen des widrigen Winterwetters waren die ostfriesischen Inseln Juist und Wangerooge am Freitag zeitweise vom Festland abgeschnitten. Eisgang und extrem niedrige Wasserstände brachten den Fährverkehr zum Erliegen, wie die Reederei mitteilte. Auch auf den Straßen in Deutschland sorgten Schnee und Eis für zahlreiche Unfälle. Ein 26-jähriger Autofahrer kam in Brandenburg ums Leben. Der Mann kam am frühen Morgen bei Glatteis von einer Landstraße ab und prallte gegen einen Baum.

Dem Flugverkehr bereitete die Kälte hingegen keine größeren Probleme. 'Generell sieht es gut aus in diesem Winter', sagte Conrad Thätner, zuständig für Technik und Umwelt beim Flughafenverband ADV, in Berlin. Bei der trockenen Kälte sei auf den 22 internationalen und 17 regionalen Flughäfen ein Enteisen von Bodenflächen und Flugzeugen kaum nötig.

Auch die Stromversorgung ist trotz der Rekordkälte in Deutschland gesichert. Die Situation im deutschen Stromnetz sei stabil, berichteten die großen Netzbetreiber bei einer dapd-Umfrage.

Allen Warnungen zum Trotz betreten immer wieder Personen die zugefrorene Eisflächen in Deutschland. Erst am Donnerstag brach ein Mann beim Schlittschuhfahren auf dem Zeuthener See in Brandenburg ein. Auch nahe Lübeck brach ein Mann in das Eis eines zugefrorenen Flusses ein. Beide Opfer konnten gerettet werden.

Auch in den kommenden Tagen bleibt es laut Deutschem Wetterdienst weiterhin sehr kalt. Bis Mitte der kommenden Woche sei kein milderes Wetter in Sicht. Darüber hinaus schickt ein Tief über der Ostsee Schneeschauer ins Norddeutsche Tiefland bis hin nach Hessen und Brandenburg.

dapd