Er forderte nach dem Unglück vom Samstag mit 19 Toten und mehr als 500 Verletzten eine generelle Überprüfung der Sicherheitskonzepte von Massenveranstaltungen.
Dass es auch auf der Wiesn zu einer solchen Massenpanik kommen könnte, hält Herrmann für sehr unwahrscheinlich. Das dabei genutzte Gelände sei grundlegend verschieden von dem in Duisburg. Beim Oktoberfest könnten «im Falle eines Unfalls oder einer Panik die Menschen die Theresienwiese in alle Himmelsrichtungen gleichmäßig verlassen», betonte Herrmann.
Herrmann kündigte dennoch an, seine Behörde werde die Ermittlungen in Duisburg beobachten. Es gehe dabei um die Frage, «ob wir Konsequenzen ziehen müssen für Veranstaltungsgenehmigungen in Bayern», betonte der Minister.
Bei der Münchner Polizei hieß es, dass man «gerade bei der Wiesn auf ein bewährtes Sicherheitskonzept zurückgreifen» könne. Ein Behördensprecher sagte: «Wir haben keine Erkenntnisse, dass wir irgendetwas am Konzept ändern müssen.» Die Besucherströme würden beobachtet und Engpässe umgehend gemeldet.
Verantwortlich für das Sicherheitskonzept ist der Leiter der Münchner Berufsfeuerwehr, Wolfgang Schäuble. Er erklärte, dass Strategien für «verschiedene Schadensszenarien» entwickelt worden seien, die im Notfall zum Einsatz kämen. So würden beispielsweise U-Bahnstationen bei zu großem Gedränge abgesperrt und eintreffende Züge ohne Halt weitergeleitet, «damit sich unten nicht zu viele Leute sammeln».
Auch in den Festzelten gebe es «dezidierte Rettungs- und Fluchtpläne», sagte Schäuble. Die bis zu 100 Ordner wüssten, welche Ausgänge für die Räumung der einzelnen Bereiche vorgesehen seien. Die Zelte würden außerdem bei Überfüllung vorsorglich geschlossen.
Auch der Münchner Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle sagte mit Blick auf die Wiesn: «Großveranstaltungen sind für uns Routine, geradezu Alltag.» Allerdings gab er zu bedenken: «Eine 100-prozentige Garantie, dass nichts passiert, gibt es nie.» Das Sicherheitskonzept zur Wiesn etwa sieht vor, dass die während des Volksfestes für den Verkehr gesperrten Straßen Bavariaring und Theresienhöhe bei einem Unglück als Behandlungsfläche für Verletzte genutzt werden.
Innenminister Herrmann forderte, dass bei allen größeren Veranstaltungen überprüft werden müsse, ob das jeweilige Sicherheitskonzept so gut sei, wie es «nach menschlicher Vorausschau möglich ist». Bei der Sicherheit dürften auf keinen Fall Abstriche gemacht werden. «Die Sicherheit muss immer Vorrang haben», betonte Herrmann. Theoretisch könne immer eine Massenpanik durch Unglücke oder irrationales Verhalten der Besucher auftreten. Dies müsse aber vom Veranstalter einkalkuliert werden.
(Quellen: Herrmann bei Deutschlandradio Kultur und Bayern2; Blume-Beyerle in «Abendzeitung»; Polizei und Feuerwehr auf Anfrage)
ddp


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