Lieferungen leicht kontaminierter Abfallstoffe aus Nuklearanlagen nach Ahaus müssten laut Rechtslage der Bezirksregierung Münster nur angezeigt werden, erläuterte die Sprecherin. Eine Genehmigung für diese Transporte sei nicht erforderlich. Diese erhalte der Spediteur pauschal für mehrere Jahre. Vor Ankunft des Zwischenlagers werde jedoch eine Gefahrgut- und Kennzeichnungskontrolle durchgeführt. Bei den Abfallstoffen handele sich zum Beispiel um Putzlappen oder einzelne Bauteile aus Nuklearanlagen.
Transporte solchen Materials müssen grundsätzlich laut Gesetz bei den «jeweils zuständigen Landesbehörden» angezeigt oder je nach Menge von diesen genehmigt werden. Das Bundesamt für Strahlenschutz ist hierfür nicht zuständig.
Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland hatten bereits in diesen Tagen mit Nukleartransporten nach Ahaus gerechnet und Proteste angekündigt. Konkret erwarteten sie einen Bahntransport von der Atommüllkonditionierungsanlage in Duisburg nach Ahaus. Hintergrund ihrer Befürchtung ist eine im Mai vom Bundesamt für Strahlenschutz erteilte Änderungsgenehmigung für den Betrieb des Zwischenlagers.
Willi Hesters vom Bündnis «Münsterland gegen Atomanlagen» sagte, die Atomkraftgegner stünden dennoch bereit, um sofort nach Bekanntwerden eines Transports eine Mahnwache am Zwischenlager abzuhalten sowie spontan entlang der Transportstrecke zu protestieren. Man sei immer in der Lage, mindestens 50 Protestteilnehmer zu mobilisieren.
Am 20. Juni solle trotzdem ein großer «Sonntagsspaziergang» am Zwischenlager Ahaus unter dem Motto: «Atomtransporte stoppen - Atomausstieg jetzt» stattfinden, kündigte Hesters an. Am 3. Juli steht ein landesweites Anti-Atom-Treffen in Duisburg an.
Das Aktionsbündnis «Münsterland gegen Atomanlagen» hat nach eigenen Angaben rund 500 Mitglieder in mehreren Kommunen. Hinzu kommen zahlreiche Unterstützer aus der Bevölkerung, die nicht Mitglieder der Initiativen sind. Allein am 24. April hatten zwischen 5000 und 7000 Menschen in Ahaus demonstriert.
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